Zeit zu Zweit

Eltern sein - Liebespaar bleiben

Zeit zu zweit trotz Baby

Ein Baby stellt die Welt gehörig auf den Kopf. Sobald es auf der Welt ist, orientiert sich der Tages- und Nachtverlauf vor allem am Rhythmus des Neugeborenen. Schlaflose Nächte sind eher die Regel als die Ausnahme. Es ist völlig normal, dass die Zweisamkeit in dieser Zeit zunächst in den Hintergrund rückt. Das Miteinander als Liebespaar müssen sich die frischgebackenen Eltern nach den ersten turbulenten Wochen und Monaten erst wieder zurückerobern.

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Zeit zu Zweit

Ist die Zweisamkeit für immer vorbei?

In den ersten Wochen mit Baby überwiegt die Euphorie über das kleine Wunder, für das Sie als Eltern nun die Verantwortung tragen. Doch das 1. Babyjahr kann auch extrem anstrengend sein. Die Organisation des Alltags mit all seinen Herausforderungen zwischen Job und Familie lässt wenig Raum und Energie für die Zeit als Paar. Da kann der Alltag zwischen Elternsein und Partnerschaft schnell zum Balanceakt werden. Für eine gute Paarbeziehung ist es daher besonders wichtig, sich bewusst echte, ungeteilte Zeit zu zweit zu nehmen und diese Zeitfenster auch konkret zu planen.

Wie kann ein ausgewogenes Familienleben funktionieren?

Wenn aus einem Paar eine kleine Familie wird, ist es hilfreich, sich über die verschiedenen Rollen klar zu werden:

  • Beide Partner*innen tragen als Eltern jetzt gemeinsam Verantwortung für den Nachwuchs.
  • Beide Partner*innen bleiben weiterhin ein Liebespaar mit Erwartungen aneinander.
  • Beide Partner*innen sind eigenständige Menschen mit ganz eigenen, persönlichen Bedürfnissen.

Ein dauerhaft glückliches Familienleben funktioniert nur, wenn es gelingt, sich sowohl Zeit für die Paarliebe zu nehmen als auch jeweils für sich selbst. Es hilft, solche Momente klug zu organisieren, damit die Liebe nicht vom Alltag verschluckt wird. Das ist nicht immer einfach. Manchmal klappt es nicht von Anfang an. Manchmal klappt es in bestimmten Phasen der Entwicklung des Kindes vielleicht mal schlechter, mal besser. Ganz sicher werden solche Zeiten aber wieder zunehmen, wenn das Kind etwas älter wird.

Wie können Eltern sich Zeit füreinander nehmen und diese sinnvoll nutzen?

Eine Liebesbeziehung braucht Pflege. Das gilt umso mehr, wenn aus einem Paar eine Familie wird. Zeit zu zweit zu organisieren ist mit Kindern jedoch alles andere als leicht. Hier kommen erprobte Tipps von Eltern:

  • Schaffen Sie Freiräume, indem Sie sich zwischendurch Unterstützung für die Kinderbetreuung suchen. Ob Großeltern, Paten, Freunde oder Babysitter: Auszeiten von der Elternrolle sind wichtig, um sich wieder auf der Paarebene zu begegnen.
  • Übernehmen Sie Verantwortung für Ihre persönlichen Auszeiten. Ihrem Kind wird es dauerhaft nur gut gehen, wenn es Ihnen als Liebespaar, aber auch als eigenständige Personen gut geht.
  • Schaffen Sie konkrete Zeitfenster für sich als Paar, in denen sie bewusst aus der Elternrolle herausschlüpfen. Gespräche übers Kind und die Erziehung sind in dieser Zeit möglichst tabu. Das gelingt am besten, wenn sie gemeinsam etwas unternehmen, zum Beispiel ins Kino gehen, einen Tanzkurs belegen oder sich einen schönen Restaurantbesuch gönnen.
  • Alle brauchen mal Zeit für sich. Während der eine Elternteil zu Hause beim Kind bleibt, kann der andere Dinge tun, die ihm guttun. Ob das nun eine Runde Sport ist oder ein Kaffeeklatsch mit der Freundin – schon kleine Auszeiten helfen, Abstand vom Alltag zu bekommen. 
  • Ganz wichtig: Geben Sie nicht gleich auf, wenn Ihr Terminplan mal nicht aufgeht. Manchmal klappt es einfach nicht, Ihr Kind braucht Sie unverhofft oder Sie sind einfach nur erschöpft vom Alltag. Ein kurzer Spaziergang, ein entspannendes Bad oder ein Abend gemeinsam auf dem Sofa schenken auch neue Energie.

Gerade in der Anfangszeit sind von beiden Seiten viel Geduld, gegenseitiges Verständnis und Toleranz nötig, bis sich das Familienleben mit Kind eingespielt hat. Mit Gelassenheit und Organisationstalent können Sie das 1. Babyjahr jedoch auch als Paar gut meistern.

Wie fühlt sich das Vatersein im 1. Babyjahr an?

Naturgemäß verbringt das Neugeborene anfangs viel Zeit und körperliche Nähe mit der Mutter. Manche Väter fühlen sich gerade in den ersten Wochen nach der Geburt davon ausgeschlossen. Es kann sein, dass Väter nach den ersten Wochen eifersüchtig oder enttäuscht reagieren, weil die Partnerin ihre ganze Aufmerksamkeit dem Baby schenkt. 

Wichtig ist es, in der Beziehung offen über diese Gefühle zu sprechen. Der Vater ist gerade in dieser Zeit eine wichtige Person, die viel Liebe und Unterstützung geben kann bei allem, was das Baby und den neuen Familienalltag angeht. Er kann und sollte von Anfang an gleichberechtigt in die Pflege des Babys einbezogen werden. Indem er das Baby hält, badet, mit ihm spielt oder es in den Schlaf wiegt, festigt sich die emotionale Beziehung. Das ist wichtig für die Entwicklung des Kindes und bezieht den Vater aktiv mit ein. Von dieser modernen Rolle des Vaterseins profitieren alle: Papa, Mama und das Baby. 

Wo finden wir Hilfe und Beratung?

Höhen und Tiefen kommen in jeder Partnerschaft vor. Wenn die Probleme jedoch zunehmen und Sie in einer Beziehungskrise feststecken, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in einer Beratungsstelle zu suchen. Das kostenlose Angebot einer Ehe- und Familienberatung kann ein guter erster Schritt sein, um sich wieder anzunähern. Über die Suchmaschine auf dem Portal der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V. finden Sie Beratungsangebote in Ihrer Nähe. Eine weitere Anlaufstelle ist die bke-Elternberatung. Hier finden (werdende) Eltern online professionelle Erziehungsberatung und Austausch mit anderen Eltern.

Weitere Informationen über die Ehe- und Familienberatung, was Sie in einer Beratungsstelle erwartet und wie die Beratung abläuft, lesen Sie im Beitrag „Beziehungskrise – retten oder trennen?“

Informationen zum Thema starke Väter und ihre Rolle in Partnerschaft und Familie finden Sie im Thema Aktive Vaterschaft hier auf dem Familienportal.NRW