Schule – und dann?

Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler in NRW 

Text zuletzt aktualisiert: 13.03.2026

Das Wichtigste zur Berufs- und Studienwahlorientierung im Überblick 

  • Mit 327 anerkannten Berufen bietet eine Ausbildung vielfältige Chancen. Wer studieren möchte, kann aus über 22.000 Studiengängen deutschlandweit wählen. 
  • In Nordrhein-Westfalen werden Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 systematisch durch das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) bei der Berufsorientierung begleitet.
  • KAoA umfasst feste Bausteine wie Potenzialanalyse, Berufsfelderkundung, Praxiskurse und Studienorientierung, damit alle Jugendlichen frühzeitig klare Anschlussperspektiven entwickeln.
  • Das Coachingprogramm Ausbildungswege NRW begleitet Jugendliche individuell bei Berufsorientierung, Ausbildungsplatzsuche und Bewerbungsprozess.
  • Zusätzliche Förderangebote (z. B. für Jugendliche mit Förderbedarf) sowie digitale Tools wie Berufswahlpass 4.0 und berufswahlapp unterstützen den erfolgreichen Übergang von der Schule in Ausbildung oder Studium.
  • Beratung und Unterstützung gibt es u. a. bei der Bundesagentur für Arbeit, bei der Industrie- und Handelskammer sowie auf Ausbildungs- und Jobmessen. Für Studieninteressierte helfen Hochschulinformationstage, Schnupperstudien und Studienberatungen bei der Entscheidung. 

Hilfe bei der Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler

Bei der großen Auswahl an Ausbildungsplätzen ist es für junge Menschen oftmals nicht leicht, eine Entscheidung für das spätere Berufsleben zu treffen. Welcher Weg führt zum Traumjob und was sind mögliche Alternativen? Ein Glück, dass Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen auf dem Weg der Entscheidungsfindung nicht allein gelassen werden. Bei allen Anliegen und Fragen rund um die Berufswahl werden sie systematisch ab der Klasse 8 und 9 begleitet – beispielsweise durch die Berufseinstiegsbegleitung NRW und das landesweite Übergangssystem “Kein Abschluss ohne Anschluss” (KAoA). Was sich dahinter verbirgt, erfahren Sie hier. 

Viele gute Gründe sprechen für eine Ausbildung

Es gibt in Deutschland zurzeit 327 anerkannte Ausbildungsberufe in diesen Bereichen: Industrie, Handwerk, Öffentlicher Dienst, Hauswirtschaft, Landwirtschaft, Seeschifffahrt und in freien Berufen. Doch welcher Beruf und welche Branche ist die Richtige? Diese Frage stellt sich schon während der Schulzeit. Eltern sind im Berufsfindungsprozess ein guter Ratgeber, sie kennen ihr Kind schließlich am besten. Zusätzlich helfen viele schulische und digitale Angebote bei der Berufswahlorientierung. Auch die Möglichkeit, mit einer Berufsberaterin oder einem Berufsberater über die persönlichen Möglichkeiten und Wege zum Traumjob zu sprechen, sollten Schülerinnen und Schüler nutzen. Einen kostenlosen Beratungstermin können Jugendliche bei der örtlichen Agentur für Arbeit vereinbaren.  

Weitere Anlaufstellen sind die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern, dort erhalten junge Menschen ebenfalls wertvolle Beratungsangebote und ausführliche Informationen. 

Eine gute Möglichkeit, sich aktiv und ungezwungen über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren, ist der Besuch einer Ausbildungs- oder Job-Messe. Dort präsentieren sich die Unternehmen und Betriebe in der Region und stellen ihre Angebote vor. Die Messen bieten eine gute Möglichkeit, Ausbildungsbetriebe aus der Nähe kennenzulernen. Oft sind Personalverantwortliche gemeinsam mit Auszubildenden auf dem Messestand, die authentische Einblicke in die Praxis geben und auf alle Fragen ausführlich eingehen. Schülerinnen und Schüler erhalten einen persönlichen Eindruck von potenziellen Arbeitgebern und können erste Kontakte knüpfen.

Kostenlose Vorträge und Coachings für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche runden das Programm ab.

Berufseinstiegsbegleitung NRW

An vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen gibt die Berufseinstiegsbegleitung individuelle Starthilfe für den Übergang von der Schule zum Beruf. Das Förderinstrument richtet sich speziell an Schülerinnen und Schüler, die mit einem Haupt- oder Förderschulabschluss eine Ausbildung anstreben und auf diesem Weg besondere Hilfe benötigen.  

Die Unterstützung beginnt bereits ab der Vorabgangsklasse, hilft beim Schulabschluss und begleitet in den ersten Monaten der Ausbildung. Währenddessen stehen die Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter zum Beispiel bei der Berufsorientierung und Entscheidung zur Seite, vermitteln Praktika, helfen Jugendlichen bei den Bewerbungen und bei der Bewältigung von persönlichen Herausforderungen. 

Die Betreuung ist individuell und bis zu 36 Monate lang möglich: 18 Monate während der Schulzeit und bis zu 18 Monate nach dem Abschluss. Die Teilnahme ist kostenlos. Jugendliche können ihre Lehrerin oder ihren Lehrer ansprechen, ob die Schule an der Berufseinstiegsbegleitung NRW teilnimmt. Infos können auch bei der Agentur für Arbeit erfragt werden.  

Auf der Internetseite des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW finden Sie eine ausführliche Beschreibung des Förderinstrumentes “Berufseinstiegsbegleitung” sowie ein FAQ mit Antworten auf die häufigsten Fragen.  

Individuelle Unterstützung mit dem Coachingprogramm „Ausbildungswege NRW“

Ausbildungswege NRW“ bietet gezielte Unterstützung für Jugendliche, die sich auf ihrem Weg in die berufliche Zukunft befinden. Speziell geschulte Coaches bzw. „Übergangslotsen“ begleiten junge Menschen individuell bei der Berufsorientierung, der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz und während des Bewerbungsprozesses.

Das Programm richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler, die sich im Übergang von der Schule in eine Ausbildung befinden, sowie an Jugendliche, die noch Orientierungshilfe benötigen. Ziel ist es, Unsicherheiten abzubauen, Perspektiven aufzuzeigen und eine Brücke zwischen jungen Menschen und potenziellen Ausbildungsbetrieben zu schlagen.

KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss

In Nordrhein-Westfalen erhalten Jugendliche ab der 8. Klasse gezielte Hilfe bei der Berufswahl. Das landesweite Übergangssystem KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss – unterstützt alle Schülerinnen und Schüler in NRW bei der beruflichen Orientierung. 

Der schulisch begleitete Prozess stellt sicher, dass junge Menschen frühzeitig Anschlussperspektiven für die Berufsausbildung oder ein Studium bekommen. Alle öffentlichen weiterführenden Schulen in NRW nehmen an der Landesinitiative teil. 

Welche digitalen Angebote zur Beruflichen Orientierung kommen in NRW zum Einsatz?

Ausbildungsgarantie: Neue Förderprogramme seit 1. April 2024

Seit 1. April 2024 profitieren künftige Auszubildende von neuen Fördermöglichkeiten. Mit dem Weiterbildungsgesetz und der Ausbildungsgarantie soll es gelingen, mehr Jugendliche in eine Ausbildung zu bringen. Zu den Angeboten gehören das geförderte Berufsorientierungspraktikum, der Mobilitätszuschuss und Erleichterungen zur Teilnahme an Einstiegsqualifizierungen. Seit dem 1. August 2024 ist die erweiterte außerbetriebliche Berufsausbildung möglich.  

Die Ausbildungsgarantie umfasst im Einzelnen folgende Neuerungen:  

  • Berufsorientierte Kurzpraktika: Im Berufsorientierungspraktikum können junge Menschen typische Tätigkeiten und Inhalte einer Ausbildung im Berufsorientierungspraktikum kennenlernen. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt Fahrt- und Unterkunftskosten für ein- bis sechswöchige Praktika. Diese Förderung muss vor dem Antritt des Praktikums bei der zuständigen Agentur für Arbeit oder im Jobcenter beantragt werden. 
  • Mobilitätszuschuss: Wenn Azubis umziehen müssen, weil ihre Ausbildung fernab von zuhause stattfindet, können sie einen Mobilitätszuschuss erhalten. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt im ersten Ausbildungsjahr die Kosten für zwei Heimfahrten zur Familie pro Monat. Anträge können bei der zuständigen Agentur für Arbeit oder im Jobcenter gestellt werden.   
  • Erleichterung zur Teilnahme an Einstiegsqualifizierungen: Junge Menschen mit eingeschränkten Vermittlungsperspektiven erhalten über die Einstiegsqualifizierung die Möglichkeit, in das Berufsleben zu starten. Seit 1. April 2024 ist die Mindestdauer von sechs auf vier Monate verkürzt und eine Durchführung in Teilzeit möglich. Geöffnet ist die Einstiegsqualifizierung seitdem auch für Menschen mit einer Behinderung, die eine Fachpraktikerausbildung anstreben sowie eine Förderung für vorherige Ausbildungsabbrechende bei demselben Arbeitgeber. 
  • Außerbetriebliche Ausbildung: Seit 1. August 2024 haben junge Menschen einen Rechtsanspruch auf die Förderung in einer außerbetrieblichen Berufsausbildung, wenn trotz umfassender Bemühungen und Einsatz von sonstigen ausbildungsfördernden Maßnahmen kein betrieblicher Ausbildungsplatz aufgenommen werden konnte.   

Alle Informationen über die Ausbildungsgarantie als Teil des Aus- und Weiterbildungsgesetzes finden Sie auf dem Portal des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Wo finden wir Hilfe und Beratung?


Eine fachkundige Berufsberatung bieten die lokalen Agenturen für Arbeit an. Ein Beratungstermin sollte frühzeitig vereinbart werden. Ein Kontaktformular gibt es auf dieser Internetseite der Agentur für Arbeit. 

Umfangreiche Informationen für Eltern und Heranwachsende finden Sie auf der Seite des Schulministeriums. 

Die Beratungsstellen der Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie der Handwerkskammern in der Region beraten ebenfalls kompetent und wissen genau, welche Ausbildungsbetriebe freie Plätze anbieten. Die Kammern sind Partner der Betriebe und können sämtliche Fragen zur Ausbildung beantworten. Über den Finder der IHK geht’s direkt zur IHK vor Ort. Über die Suchmaschine der Handwerkskammer finden Sie die zuständige Handwerkskammer in Ihrer Region. 

In allen Regionen finden regelmäßig Ausbildungs- und Berufsmessen statt. Die Messen bieten eine gute Möglichkeit, Ausbildungsbetriebe aus der Nähe kennenzulernen. Oft sind Personalverantwortliche gemeinsam mit Auszubildenden auf dem Messestand, die authentische Einblicke in die Praxis geben und auf alle Fragen ausführlich eingehen. 

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