Chaos im Kinderzimmer

Wenn die Unordnung dauerndes Streitthema ist

Chaos im Kinderzimmer

In vielen Kinderzimmern von Teenagern herrscht ein ähnliches Bild: Dreckige Wäsche auf dem Boden, Kekskrümel im Bett, Schul- und Sportsachen wild in die Ecke geschleudert. Wenn die Kinder in die Pubertät kommen, breitet sich zunehmend das Chaos aus. In einigen Familien ist die Unordnung ein immer wiederkehrender Streitpunkt. Lässt sich das Thema friedlich lösen? Patentrezepte gibt es nicht – aber vielleicht helfen ein paar praktische Tipps. 

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Chaos im Kinderzimmer

Was hat die Pubertät mit der Unordnung zu tun?

Die wachsende Unordnung kann mehrere Ursachen haben. Die einfachste Erklärung lautet: Die Pubertät verursacht Chaos im Körper, Chaos in der Gedankenwelt und das Chaos spiegelt sich auch im Zimmer wider. Vielleicht ist Ihrem Kind die Unordnung einfach egal, weil es jetzt andere Dinge viel wichtiger findet. Vielleicht ist es aber auch nur gedankenverloren und erkennt das Chaos gar nicht. Manche Kinder sind überfordert und müssen erst lernen, wie sie die Unordnung selbstständig, strukturiert und verantwortungsvoll in den Griff bekommen. Es kann jedoch auch sein, dass Ihr pubertierendes Kind mit einem besonders großen Durcheinander bewusst gegen Sie rebelliert. Was auch immer der Grund sein mag: Gelassenheit hilft in dieser Phase mehr als Drohungen und Strafe. Ein Machtkampf führt selten zum Ziel.


 

Wie können Sie mit dem Dauerthema umgehen?

Die wichtigste Regel lautet: Ein Mindestmaß an Hygiene muss sein. Ansonsten gilt: Das eigene Zimmer ist das Reich des Kindes. Für Ordnung hat Ihr Kind hier selbst zu sorgen, aufräumen muss es alleine. Manche Eltern müssen erst lernen, hier loszulassen und konsequent darüber hinwegzusehen. Sie sollten Ihrem Kind diese Verantwortung nicht abnehmen. 

Anders ist das mit Gemeinschaftsräumen wie dem gemeinsamen Bad, der Küche oder dem Wohnzimmer. Hier kann konsequent Rücksichtnahme gegenüber den anderen Familienmitgliedern eingefordert werden. 

Mit Ihrem Kind gemeinsame Regeln aufzustellen kann helfen, sich ständig wiederholende Diskussionen zu vermeiden. Zum Beispiel:

  • Geschirr wird in die Spülmaschine sortiert.
  • Essensreste werden nicht im Zimmer aufbewahrt, sondern in der Küche entsorgt.
  • Dreckige Wäsche kommt in den Wäschekorb, saubere Wäsche wandert in den Schrank.
  • Jede Woche wird einmal aufgeräumt, sodass an einem festen Tag gesaugt und geputzt werden kann.

     

Was können Sie tun, wenn das Aufräumen nicht klappt?

Falls Ihr Kind sich weigert aufzuräumen oder die vereinbarten Grenzen wiederholt überschreitet, machen Sie die Folgen klar. Einige Konsequenzen können sein: Räumen Sie Sachen, die im Weg liegen, für eine Weile weg. Verloren gegangene Dinge werden nicht ersetzt. Jeans, T-Shirts und Socken, die wahllos im Kinderzimmer auf dem Boden liegen, werden nicht gewaschen, wenn Ihr Kind sie nicht in den Wäschekorb legt. Spätestens wenn das Lieblingsshirt nicht gewaschen ist, gibt es vermutlich einen Aufschrei.

Die gute Nachricht für alle leidgeplagten Eltern lautet: Auch diese Phase geht vorüber und manche Eltern staunen, wie aufgeräumt das Zimmer plötzlich ist, wenn ein Freund oder eine Freundin das erste Mal zu Besuch kommt.

Weitere Informationen zu den Veränderungen in der Pubertät und vielen hilfreichen Tipps für Eltern finden Sie in den Pubertätsbriefen des Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. (ANE).