Kommunikation zwischen Generationen

Klar und verständlich: Auf die richtigen Worte kommt es an

Kommunikation zwischen den Generationen

Mit Teenagern in der Pubertät gibt es nahezu täglich Diskussionen: zum Beispiel über den Kleidungsstil, das Chaos im Kinderzimmer, die Länge der Party, spontanes Übernachten bei Freunden, den hohen Medienkonsum und, und, und … In diesem Spannungsfeld den richtigen Ton zu finden ist nicht leicht. Es gibt leider kein Patentrezept für Eltern, aber ein gutes Kommunikationsverhalten ist hilfreich, um Ihr Kind durch die stürmische Zeit zu begleiten.

Image
Kommunikation zwischen Generationen

Kommunikation mit Teenagern: Wie gelingt’s?

Vorausgeschickt sei, dass Heranwachsende nicht mehr wie kleine Kinder behandelt oder bevormundet werden möchten. Teenager mögen weder Ansagen wie „Steh endlich auf“ oder „Jetzt fang endlich an zu lernen“ noch lange Belehrungen über die Gesundheitsfolgen des Rauchens oder die Gefahren von Drogen. Auch pauschale Vorwürfe wie „Immer kommst du zu spät“ oder „So läuft man doch nicht rum“ führen selten zur Einsicht. Da ist der Widerstand vom Nachwuchs schon vorprogrammiert.

Auf die richtigen Worte kommt es an

Doch was sagen die Erziehungsfachleute, wie Eltern es besser machen können? Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie mit Ihrem pubertierenden Kind in dieser Zeit leichter ins Gespräch kommen:

  • Verzichten Sie auf Verallgemeinerungen, Vorwürfe und Pauschalisierungen.
  • Drücken Sie sich klar und verständlich aus, ohne drumherum zu reden. Vermeiden Sie es, Ihr Kind „zuzutexten“.
  • Denken Sie an Ihre Vorbildfunktion und kommunizieren Sie gewaltlos.
  • Zeigen Sie echtes Interesse an dem, was Ihr Kind sagt und was es empfindet. Jugendliche merken ziemlich schnell, ob Eltern ihnen ernsthaft oder nur mit einem halben Ohr zuhören.
  • Nehmen Sie sich bewusst Zeit, um zuzuhören und nachzufragen. Lassen Sie sich wertfrei auf neue Sichtweisen Ihres Kindes ein.
  • Halten Sie sich mit elterlichen Ratschlägen zurück. Gerade Teenager in der Pubertät empfinden diese Vorschläge oft als Bevormundung. Lassen Sie Ihr Kind selbst eine Lösung präsentieren. So lernt es, Problemlösungskompetenz zu entwickeln.
  • Äußern Sie sich in der „Ich-Form“. Statt „hör mir endlich zu“ sagen Sie besser „Lass mich bitte auch einmal ausreden.“
  • Zeigen Sie Verständnis für Ihr Kind, ohne auf klare Aussagen zu verzichten. Statt „Zieh dich jetzt endlich an“ besser so: „Ich wünsche mir auch manchmal, morgens länger liegen bleiben zu können. Bitte steh jetzt trotzdem auf, damit du pünktlich zur Schule kommst.“
  • Formulieren Sie Ihre eigenen Gefühle, statt Ihr Kind zu beschuldigen oder gleich Ermahnungen auszusprechen. Statt: „Wenn du wieder zu spät kommst, dann …“ sagen Sie besser: „Ich mache mir ernste Sorgen, wenn du zur verabredeten Zeit nicht zu Hause bist. Wie finden wir eine Lösung?“
  • Äußern Sie Kritik sachlich und nachvollziehbar, aber nicht verletzend.
  • Vermeiden Sie Überheblichkeit, Sarkasmus, Bloßstellungen oder ironische Bemerkungen. In der Pubertät sind Teenager besonders empfindlich und hadern schnell mit dem Selbstvertrauen.
  • Schauen Sie immer wieder auf die Stärken und positiven Eigenschaften Ihres Kindes. Vergessen Sie nicht, auch kleine Erfolge zu loben. Zeigen Sie Ihrem Kind Wertschätzung und Anerkennung, um das Selbstbewusstsein zu stärken.
  • Legen Sie in dieser Zeit nicht jedes Wort Ihres Kindes auf die Goldwaage. Teenager wissen sich in emotionalen Situationen oft nicht angemessen auszudrücken. Persönliche Kränkungen gegenüber den Eltern sind oft nicht so gemeint, wie sie im ersten Moment klingen.
  • Nutzen Sie gemeinsame Mahlzeiten oder Unternehmungen, um Themen, die Ihnen am Herzen liegen, in entspannter Atmosphäre anzusprechen.
  • Falls Sie doch einmal aus der Haut gefahren sind: Entschuldigen Sie sich dafür bei Ihrem Kind. Damit sind Sie ein gutes Vorbild.

Was können Sie tun, wenn sich Ihr Kind komplett zurückzieht?

Es gibt Teenager, die sich in der Pubertät vollständig zurückziehen und nicht mehr mit ihren Eltern reden. Auch dieses Verhalten ist für eine Übergangszeit normal. Heranwachsende teilen ihre Erlebnisse nur noch höchst selten mit den Eltern und ausfragen lassen sie sich ebenfalls nicht mehr. Umso drängender Sie dann nachhaken, desto mehr wird Ihr Nachwuchs die Ohren womöglich auf Durchzug stellen. Als Eltern sollten Sie den zeitweisen Rückzug akzeptieren und trotzdem signalisieren, dass sie als Gesprächspartnerin oder Gesprächspartner jederzeit da sind, wenn Ihr Kind Kummer hat oder freudige Erlebnisse mitteilen möchte. 

Auch Eltern müssen lernen, loszulassen. Das ist eine wichtige Erkenntnis, die Ihnen hilft zu akzeptieren, dass sich Ihr Kind langsam von Ihnen abnabelt.
 

Wo finde ich Beratung?

Manchmal funktioniert Kommunikation trotz der besten Vorsätze nicht. Wenn Sie alleine nicht weiterkommen und sich beraten lassen möchten, können Sie sich an eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle wenden. Auf der Internetseite der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) finden Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe. 

www.bke.de

Die bke bietet auch eine Online-Beratung für Eltern an. Hier finden Sie professionelle Erziehungsberatung und können sich online mit anderen Eltern austauschen.