Hitzeschutz für Kinder

So schützen Sie Babys und Kleinkinder an heißen Sommertagen 

Tekst ostatnio zaktualizowany: 2026-06-26

Die 5 wichtigsten Regeln bei großer Hitze: 

  • Aktivitäten auf den Morgen und Abend verlegen 
  • Im Schatten aufhalten, Babys und Kleinkinder niemals der direkten Sonne aussetzen 
  • Alle 1 bis 2 Stunden ungesüßte Getränke anbieten 
  • Leichte Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutz nutzen 
  • Kinder niemals allein im Auto lassen 

Hitzeschutz für Kinder: So kommen Babys und Kleinkinder gut durch heiße Tage

Immer häufiger klettert das Thermometer in Deutschland über die 30-Grad-Marke. Was für manche nach Sommer und Freibad klingt, kann für Babys und Kleinkinder gesundheitlich zur Belastung werden. Wie Sie Ihr Kind an Hitzetagen schützen und worauf Sie an heißen Tagen besonders achten sollten, erfahren Sie hier.

Warum extreme Hitze für Babys und Kleinkinder riskant sein kann

Im Hochsommer ist Hitzeschutz für Kinder besonders wichtig. Der körpereigene Kühlmechanismus von Babys und Kleinkindern ist noch nicht vollständig entwickelt. Sie schwitzen weniger als Erwachsene und können ihre Körpertemperatur daher schlechter regulieren. Flüssigkeitsmangel, Hitzepickel, Fieber oder Kreislaufprobleme können Syptome für eine Hitzeerschöpfung sein.

Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind ist, desto empfindlicher reagiert es auf hohe Temperaturen.  

Die beste Tageszeit für Aktivitäten im Freien

Die kühlsten und angenehmsten Stunden des Tages liegen in den Morgenstunden und am frühen Abend. Wer raus möchte, plant Spaziergänge, Spielplatzbesuche und andere Aktivitäten im Freien am besten vor 10 Uhr oder nach 17 Uhr.    

Die Sonneneinstrahlung ist zwischen 10 und 17 Uhr besonders intensiv. Für Babys und Kleinkinder gilt dann: möglichst im Schatten bleiben oder die heißesten Stunden des Tages drinnen verbringen.   

Vorsicht Sonnenbrand: Sonnenschutz für Kinder ist Pflicht

Der beste Schutz vor Sonne und Hitze ist geeignete Kleidung.  

Sie sollte  

  • hell sein, da helle Farben das Sonnenlicht besser reflektieren,  
  • locker und luftig sitzen, 
  • aus atmungsaktiven Naturfasern bestehen, z. B. aus Baumwolle oder Leinen. 

Unbedingt wichtig ist eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe und Nackenschutz.  

Schützen Sie unbedeckte Haut mit einer wasserfesten Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+. Tragen Sie den Sonnenschutz möglichst schon eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien auf. Auch bei einem bewölkten Himmel ist Vorsicht geboten. 

Babys unter einem Jahr haben besonders empfindliche Haut. Sie sollten eine leichte körperbedeckende Kleidung tragen. Direkte Sonneneinstrahlung sollten Sie vermeiden.

Trinken bei Hitze: Wie viel ist genug?

Bei steigenden Temperaturen steigt auch der Flüssigkeitsbedarf von Kindern. Da viele Kinder beim Spielen das Trinken einfach vergessen, sollten Sie gezielt auf die Trinkmenge achten. Kleine Rituale helfen zur Erinnerung: 

  • zu jeder Mahlzeit ein Getränk anbieten,
  • regelmäßige Trinkpausen einlegen,
  • Lieblingsbecher oder Trinkflasche griffbereit halten,
  • Snacks mit hohem Wassergehalt anbieten, zum Beispiel Wassermelone, Beeren, Tomaten oder Gurken.

Am besten eignen sich Wasser sowie ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Die Getränke dürfen kühl sein, sollten aber nicht eiskalt serviert werden. 

Gestillte Babys benötigen in der Regel keine zusätzliche Flüssigkeit. Häufigeres Anlegen reicht auch an Hitzetagen meist aus.

Wohnung kühl halten

Die wirksamste Strategie für ein kühles Zuhause ist Durchlüften zur richtigen Tageszeit:  

  • nachts und früh morgens lüften,  
  • tagsüber die Fenster sowie  
  • Rolläden, Vorhänge oder Jalousien schließen. 

Ein Ventilator kann die Luft zwar nicht abkühlen, sorgt aber oft für ein angenehmeres Gefühl. Achten Sie jedoch darauf, dass der Luftzug nicht direkt auf Ihr Baby oder Kleinkind gerichtet ist.  

Für einen erholsamen Schlaf eignen sich eine leichte Schlafbekleidung und ein dünner Sommerschlafsack.  

Abkühlung durch Wasser

Wasser sorgt an heißen Tagen für eine angenehme Abkühlung. Ein Planschbecken im Schatten ist für kleine Kinder ein großer Spaß. Sonnenschutz ist am und im Wasser besonders wichtig. Beim Planschen und Schwimmen schützen Sie die Haut auf Schultern und Rücken am besten mit einem T-Shirt. Erneutes Eincremen nach dem Planschen nicht vergessen. 

Wichtig: Lassen Sie Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt – auch nicht für kurze Zeit. Selbst bei einer geringen Wasserhöhe können Kinder ertrinken.  

Kinder niemals im Auto zurücklassen!

Nur mal schnell zum Bäcker reinspringen oder einen kleinen Einkauf erledigen? Lassen Sie Kinder auch bei kurzen Erledigungen niemals allein im Auto zurück!  

Bereits nach wenigen Minuten wird es in einem geparkten Auto extrem heiß. Selbst dann, wenn sich die Außentemperatur für Erwachsene noch moderat anfühlen.  

Überhitzt? So erkennen Sie Warnzeichen

Die beste Stelle, um zu erkennen, dass es Ihrem Kind zu warm ist, liegt unterhalb des Nackens zwischen den Schulterblättern. Fühlen Sie die Haut genau an dieser Stelle. Ist sie warm, aber nicht verschwitzt, ist meist alles okay. 

Diese Anzeichen können auf Hitzestress oder eine beginnende Hitzeerschöpfung hinweisen: 

  • starkes Schwitzen
  • gerötetes Gesicht 
  • Kopfschmerzen 
  • Schwindel 
  • Übelkeit 
  • Ohrgeräusche 
  • Müdigkeit 
  • Konzentrationsprobleme 

Bringen Sie Ihr Kind bei einem Verdacht sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum. Legen Sie feuchte, nicht zu kalte Umschläge auf und bieten Sie etwas zu trinken an. 

Was ist ein Sonnenstich?

Ein Sonnenstich kann entstehen, wenn Kopf und Nacken über längere Zeit einer direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Besonders gefährdet sind Babys, Kleinkinder und Menschen ohne Kopfbedeckung. Durch die starke Sonneneinstrahlung erwärmen sich Kopf und Nacken, wodurch die Hirnhäute gereizt werden können.  

Typische Anzeigen eines Sonnenstichs können sein: 

  • Kopfschmerzen, 
  • Schwindel, 
  • Übelkeit und Erbrechen, 
  • Müdigkeit, 
  • ein heißer und roter Kopf. 

Bringen Sie Ihr Kind bei einem Verdacht sofort in den Schatten oder an einen kühlen Ort. Kühlen Sie den Nacken mit einem feuchten Handtuch. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern, oder es kommen weitere Symptome hinzu, sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen.  

Aktuter Notfall? Rufen Sie den Rettungsdienst!

Wenn der Körper bei extremer Hitze die Temperatur nicht mehr regulieren kann, kommt es zum Hitzschlag. Bei einem Hitzschlag handelt es sich um einen akuten Notfall, er kann Organe wie Herz, Lunge und Gehirn schädigen.  

Warnzeichen können sein: 

  • heiße, gerötete Haut,
  • fehlendes Schwitzen trotz großer Hitze, 
  • starke Kopfschmerzen, 
  • Erbrechen, 
  • Teilnahmslosigkeit bis hin zu Bewusstseinsstörungen, 
  • Krämpfe.

Ein Hitzschlag muss sofort behandelt werden. Rufen Sie in diesem Fall den Rettungsdienst unter 112. 

Hitzeschutz in der Schwangerschaft

Schwangere reagieren ebenfalls häufig sehr hitzeempfindlich. Der Körper produziert in der Schwangerschaft mehr Wärme, gleichzeitig werden Herz und Kreislauf stärker belastet. Typische Symptome wie Erschöpfung, Müdigkeit und geschwollene Beine können sich durch Hitze verstärken.  

Deshalb sollten Schwangere bei großer Hitze gut für sich sorgen: 

  • körperlich anstrengende Aktivitäten vermeiden oder auf den Vormittag und Abend verlegen,
  • regelmäßige Pausen einlegen, 
  • die Beine hochlegen, um den Kreislauf zu entlasten,
  • ausreichend viel trinken und 
  • direkte Sonne vermeiden. 

Häufige Fragen zum Hitzeschutz bei Kindern und Jugendlichen

Wo gibt es Hilfe und Beratung? 

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihr Kind bei großer Hitze am besten schützen oder Ihr Baby besonders empfindlich auf hohe Temperaturen reagiert, wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder kinderärztliche Praxis. 

Bei gesundheitlichen Beschwerden wie starker Erschöpfung, Erbrechen, Kreislaufproblemen oder auffälliger Teilnahmslosigkeit sollten Sie ärztlichen Rat einholen. 

Bei akuten Warnzeichen wie Bewusstlosigkeit, Verwirrtheit, sehr heißer Haut, Krämpfen oder dem Verdacht auf einen Hitzschlag gilt: Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112. 

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Tipps Zum Download

Der kostenlose Flyer des Bundesinstitutes für öffentliche Gesundheit BIÖG gibt Tipps zum Schutz vor Hitze für Eltern von Babys und Kleinkindern.