Sicherer Garten für Kinder
Alles Wichtige zum kindersicheren Garten im Überblick:
- Giftpflanzen wie Goldregen, Maiglöckchen oder Eibe entfernen oder sicher abgrenzen.
- Wasserstellen sind gefährlich: Teiche einzäunen, Regentonnen abdecken, Kinder im Planschbecken immer beaufsichtigen.
- Gartengeräte nach jeder Benutzung wegschließen.
- Außensteckdosen mit F1-Schalter und Kindersicherung ausstatten.
- Kellerschächte mit Gittern oder Abdeckungen sichern.
- Zaun und Gartentor kindersicher gestalten.
- Spielgeräte mit GS-Zeichen kaufen, fest verankern und regelmäßig auf Schäden prüfen.
- Kletterbäume auf morsche Äste kontrollieren, auf festes Schuhwerk achten, jüngere Kinder beaufsichtigen.
- Dünger und Pflanzenschutzmittel unter Verschluss halten und möglichst ganz auf Chemie im Garten verzichten.
- Grill und Feuerstellen nie unbeaufsichtigt mit Kindern in der Nähe betreiben, Hitzeabstand halten, auch nach dem Grillen.
- Sandkasten beschatten, Sonnenschutz konsequent auftragen, Kopf mit einem Sonnenhut oder Cap schützen.
- Wespennester entfernen, nach jedem Gartenaufenthalt nach Zecken absuchen.
Kindersicherer Garten: 12 Gefahren und wie Sie sie vermeiden
Der Garten ist für kleine Kinder ein beliebter Ort für Entdeckungen und unbeschwerte Spielstunden. Planschen, toben, Früchte naschen: Das machen alle Kinder gern im Sommer. Doch ob im eigenen Garten oder im Park um die Ecke: Es können beim Spielen im Freien einige Gefahren lauern, die oft unterschätzt werden: giftige Pflanzen, ungesicherte Wasserstellen oder ein heißer Grill. Diese 12 Tipps helfen Ihnen, Gefahrenquellen zu erkennen, um Ihr Kind vor Verletzungen und Vergiftungen schützen.
Giftpflanzen: schön, aber gefährlich
Einige beliebte Gartenpflanzen sind für Kinder giftig. Dazu gehören unter anderem Goldregen, Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Fingerhut, Tollkirsche, Eibe, Pfaffenhütchen, Engelstrompete und Eisenhut. Besonders die Blüten oder bunten Beeren verleiten kleine Kinder zum Anfassen oder Probieren. Dazu muss man wissen: Die Vergiftungsgefahr ist abhängig von der Menge in Bezug auf das Körpergewicht, darum sind kleine Kinder besonders gefährdet.
Überprüfen Sie daher die Pflanzen in Ihrem Garten und entfernen Sie giftige Arten, solange die Kinder noch klein sind. Machen Sie außerdem Ihre Kinder altersgerecht damit vertraut, welche Früchte und Pflanzen gefährlich werden können. Lassen Sie Ihr Kind unterwegs am besten nur mit Pflanzen in Kontakt kommen, von denen Sie wissen, dass diese unbedenklich sind.
Im Falle einer Vergiftung gilt:
- Ruhe bewahren
- Pflanzenteile aus dem Mund entfernen und zur Bestimmung aufheben
- Notarzt oder die Giftnotzentrale anrufen
- Kein Erbrechen auslösen
Wasserstellen: Diese Gefahr wird oft unterschätzt!
Wasser übt eine magische Anziehungskraft auf Kinder aus. Das macht es so gefährlich, denn schon wenige Zentimeter Wassertiefe können für Kleinkinder lebensbedrohlich sein. Deshalb sollten Sie Gartenteiche mit einem Zaun umgeben oder mit einem trittsicheren Gitter abdecken. Regentonnen bekommen einen Deckel, den Kinder nicht anheben können. Besondere Aufsicht verlangen Planschbecken und Pools: Lassen Sie Kinder in ihrer Nähe niemals unbeaufsichtigt!
Haben Sie in öffentlichen Parks im Blick, ob sich Brunnen oder ungesicherte Wasserstellen in der Nähe befinden. Bei sehr kleinen Kindern kann schon niedrigstehendes Wasser wie bei Pfützen eine Gefahr darstellen.
Gartengeräte: immer sicher wegsperren
Im Garten werden in der Regel viele Werkzeuge eingesetzt. Insbesondere große Geräte wie Astscheren, Sägen, Rasenmäher, elektrische Heckenschneider und Häcksler stellen für Kinder eine ernste Gefahr dar. Lassen Sie die Geräte nicht liegen. Sie gehören nach ihrem Einsatz sicher weggesperrt. Lassen Sie auch Werkzeug wie Handscheren oder Harken nicht unbeaufsichtigt und schließen Sie es nach Benutzung unerreichbar für Kinderhände in den Schuppen, Keller oder in die Garage.
Steckdosen: auch im Außenbereich sichern
Wie in der Wohnung sollten auch die Steckdosen im Außenbereich mit Kindersicherungen ausgestattet werden. Außerdem sollten Sie die Steckdosen mit einem Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) absichern. Entfernen Sie Verlängerungskabel und Stromkabel direkt nach Benutzung.
Sichere Umzäunung des Grundstücks
Gerade wenn Kinder noch klein sind, ist es sinnvoll, den Garten einzuzäunen. Eine Umzäunung verhindert, dass der Nachwuchs unbemerkt auf die Straße läuft und schützt gleichzeitig vor ungebetenen Gästen. Auf scharfe Kanten und spitze Enden sollten Sie bei der Einzäunung verzichten. Das Gartentor sollte sich selbstständig schließen und abschließbar sein.
Kletterbäume auf morsche Äste kontrollieren
Die meisten Kinder klettern mit großer Freude in Bäumen herum. Das fördert die Motorik, Mut, Selbstvertrauen und die Verbindung zur Natur. Aber es ist auch nicht ohne Risiko:
- Sind die Äste stabil genug?
- Wie hoch darf geklettert werden?
- Kennt das Kind seine Grenzen?
- Hat das Kind festes Schuhwerk an?
Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind wichtige Regeln: Festes Schuhwerk ist Pflicht. Beim Klettern dürfen keine Schals oder Kleidung mit Kordeln, Bändern und ähnlichem getragen werden. Die Kletterbäume sollten Sie vorab auf morsche Äste kontrollieren. Lassen Sie vor allem kleinere Kinder nicht ohne Aufsicht klettern.
Dünger und Pflanzenschutzmittel: Chemie gehört außer Reichweite
Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und andere Gartenchemikalien sind für Kinder sehr gefährlich. Bewahren Sie alle Verpackungen und Behälter in einem abgeschlossenen Schrank oder Schuppen auf, außer Reichweite von Kindern. Viel besser als chemische Pflanzenschutzmittel sind natürliche Alternativen, aber Achtung: Das bedeutet nicht automatisch, dass diese völlig unbedenklich sind. Beachten Sie auch bei pflanzlichen Mitteln immer die Sicherheits- und Dosierungshinweise.
Grill und Feuerstellen: Achtung Glut und Hitze!
Grillabende mit Freunden oder ein kleines Lagerfeuer an der Feuerstelle sind beliebte Freizeitvergnügen in den warmen Sommermonaten. Achten Sie darauf, dass sich Kinder nicht verbrennen. Ein mobiles Schutzgitter rund um den Grill schafft eine klare Sicherheitszone. Kinder sollten auch nach dem Grillen Abstand nehmen, solange bis alles vollständig abgekühlt ist. Bewahren Sie Feuerzeuge und Anzünder kindersicher auf. Kerzen, Windlichter und Fackeln sollten so aufgestellt werden, dass Kinder sich nicht verletzen oder diese umwerfen können.
Spielgeräte regelmäßig kontrollieren
Schaukel, Klettergerüst, Rutsche und Trampolin gehören zu den beliebten Spielgeräten im Garten. Beim Kauf lohnt es sich, auf anerkannte Prüfzeichen wie das GS-Zeichen oder TÜV-Zertifizierungen zu achten, die Qualität und Sicherheit bestätigen. Verankern Sie Spielgeräte beim Aufstellen fest im Boden. Prüfen Sie regelmäßig, dass nichts kippelt oder wackelt. Schrauben müssen festsitzen, Spielgeräte aus Holz dürfen keine Splitter haben und bewegliche Teile sollten funktionieren.
Auch wichtig: Passen Sie die Geräte regelmäßig an das Alter und den Entwicklungsstand Ihres Kindes an.
Kellerschächte: Abstürze vermeiden
Damit ihr Kind nicht versehentlich in einen Kellerlichtschacht fällt, sollten Sie die Schächte mit stabilen Schutzgittern abdecken, die dem Gewicht des Kindes standhalten. Denken Sie auch an ähnliche Vertiefungen im Garten wie offene Schächte für Regenwasser oder ungesicherte Gruben.
Immer an Sonnenschutz denken
Kleine Kinder haben eine besonders empfindliche Haut. Jeder Sonnenbrand hat langfristige Folgen für die Hautgesundheit. Beschatten Sie möglichst den Bereich, wo sich die Kinder am liebsten aufhalten: zum Beispiel den Sandkasten.
Denken Sie daran, die Haut vor dem Spielen im Freien mit Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor einzucremen. Ein leichtes T-Shirt mit langen Ärmeln und ein Sonnenhut schützen außerdem vor einem Sonnenbrand. Weitere Tipps, wie Sie sich und Ihre Familie im Sommer vor Sonnenbrand, Hitzschlag und Sonnenstich schützen können, erhalten Sie in unserem Beitrag Sport bei Hitze.
Insektenstiche und Tiere im Garten
Der Garten ist ein wunderbarer Lebensraum für viele Tiere und Insekten. Stiche von Wespen, Bienen und Zecken können jedoch gefährlich werden. Behalten Sie regelmäßig im Blick, ob Wespen oder Bienen in Ihrem Garten oder am Haus ein Nest bauen und sichern Sie in diesem Fall die Stelle weiträumig ab.
Insbesondere süße Speisen und Getränke ziehen im Hochsommer Wespen an. Decken Sie beim Aufenthalt im Freien daher Gläser und Becher immer ab, lassen Sie Trinkflaschen wie Schnabelflaschen nicht ohne Deckel stehen und trinken Sie nicht aus Strohhalmen.
Falls es zu einem Wespen- oder Bienenstich kommt, entfernen Sie ggf. vorsichtig den Stachel und kühlen Sie die Stelle sofort. Bei einem Stich am Auge sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen. Besteht der Verdacht auf einen Stich in Mund und Rachen, wählen Sie am besten direkt den Notruf 112. Als Erste-Hilfe-Maßnahme hilft es, an Eis zu lutschen, um die Stelle zu kühlen – geben Sie jedoch kein Milcheis, da die enthaltene Laktose die Schleimbildung fördert, was die Atmung zusätzlich erschweren kann.
Symptome wie Atemnot, Schwindel, Kreislaufprobleme oder ein zuschwellender Rachen können Zeichen für einen allergischen Schock sein: Wählen Sie in diesem Fall sofort den Notruf 112.
Suchen Sie Ihr Kind nach jedem Aufenthalt im Freien nach Zecken ab. Lange Hosen und geschlossene Schuhe schützen zusätzlich. Mehr Infos zum Zeckenschutz finden Sie hier auf unserem Familienportal.NRW.
Wo gibt es Hilfe und Beratung?
Im Vergiftungsfall:
Den Giftnotruf in NRW erreichen Sie unter 0228 19240.
Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Bewusstlosigkeit oder Atembeschwerden wählen Sie direkt den Rettungsnotruf 112.
Die App Vergiftungsunfälle bei Kindern vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) liefert Informationen zu Chemikalien, Medikamenten und Pflanzen, die Vergiftungen bei Kindern verursachen können und enthält Hinweise, wie sich Unfälle vermeiden lassen. Direkt aus der App ist ein Anruf beim zuständigen Giftinformationszentrum möglich.