Familienberatung und Hilfen zur Erziehung

Bei Herausforderungen im Familienleben hilft die Familienberatung 

Text zuletzt aktualisiert: 20.02.2026

Das Wichtigste zu Familienberatung und Hilfen zur Erziehung im Überblick

  • Konflikte gehören zum Familienalltag – bei anhaltenden oder belastenden Problemen gibt es professionelle, kostenlose und vertrauliche Unterstützung.
  • Eltern und Sorgeberechtigte haben einen Rechtsanspruch auf Beratung und sollten frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen.
  • Kinder und Jugendliche können sich auch selbstständig an das Jugendamt wenden, ohne dass ihre Eltern davon erfahren müssen.
  • Familienberatungsstellen helfen bei Erziehungsfragen, Eltern-Kind-Konflikten, Entwicklungsproblemen sowie bei Trennung und Scheidung.
  • Über das Jugendamt besteht ein Anspruch auf Hilfen zur Erziehung, wenn das Kindeswohl nicht gewährleistet werden kann oder die Entwicklung Unterstützung erfordert.
  • Mögliche Hilfen zur Erziehung reichen von Erziehungsberatung und Familientherapie über ambulante und teilstationäre Angebote bis hin zur Unterbringung in einer Pflegefamilie oder der Heimerziehung.
  • Ergänzend gibt es auch schulische, berufliche und therapeutische Förderangebote.

Konfliktpotenzial gibt es in jeder Familie

Die Nerven liegen blank, Gespräche verlaufen im Kreis, das Miteinander wird zur Belastung: Viele Familien kennen diese Momente. Wenn Probleme innerhalb der Familie jedoch häufiger werden oder das Gefühl entsteht, nicht mehr weiterzuwissen, sollten Sie sich nicht scheuen, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Lesen Sie hier, wer bei welchem Problem hilft und wo Sie kostenlose Beratungsangebote finden.

Beratungsangebote zur Erziehung

Auseinandersetzungen über unterschiedliche Sichtweisen zwischen den Generationen sind völlig normal. Sie gehören sogar zu einem gesunden Abnabelungsprozess junger Menschen dazu. 

Manchmal läuft die Situation jedoch aus dem Ruder und die Probleme zuhause, in der Schule, beim Übergang in die Ausbildung oder in der Freizeit türmen sich auf. Als Elternteil und Sorgeberechtigte machen Sie sich vielleicht große Sorgen über diese Entwicklungen. Sie tragen die Verantwortung für Ihr noch nicht volljähriges Kind, es ist aber mit Argumenten schwer zu erreichen.

Oft hilft ein Blick von außen. Die qualifizierten Fachkräfte in den Familienberatungsstellen können Sie professionell unterstützen und durch Krisensituationen mit Ihrer Familie begleiten. Sie erhalten

  • Beratung in allgemeinen Fragen der Erziehung und Entwicklung junger Menschen
  • Hilfestellung bei der Lösung von konkreten Erziehungsproblemen und der Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung
  • Unterstützung in der Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen Ihrer Familie
  • Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung. 

Die Angebote der Familienberatung sind vertraulich und kostenlos und können von Kindern, Jugendlichen, Heranwachsenden und ihren Sorgeberechtigten in Anspruch genommen werden.

Sie haben einen Rechtsanspruch auf Beratung. Trauen Sie sich, den ersten Schritt zu machen! Es ist absolut in Ordnung, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, das macht Sie nicht zu schlechten Eltern. Im Gegenteil: Je früher Sie Unterstützung in Anspruch nehmen, desto eher können Sie gemeinsam mit fachlicher Hilfe Lösungen für ein harmonischeres Familienleben entwickeln. 

Links und Telefonnummern zu den Beratungsangeboten finden Sie hier

Hilfen zur Erziehung

Eltern und andere Personensorgeberechtigte haben einen Rechtsanspruch auf Hilfen zur Erziehung für sich und ihr Kind, wenn eine dem Wohl des Kindes entsprechende Erziehung nicht gewährleistet werden kann und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist. Das bedeutet, wenn Sie bei der Erziehung eine intensivere Unterstützung benötigen, um den erzieherischen Bedarf des Kindes zu decken, haben Sie einen Anspruch auf ein passendes Angebot seitens des Jugendamts. Gemeinsam mit Fachkräften wird dann entschieden, welche Hilfeart im Einzelfall angezeigt ist und ein Hilfeplan erstellt. 

Arten von Hilfen zur Erziehung können sein: 

  • Erziehungsberatung: Hierbei handelt es sich um professionelle Beratung für Eltern oder Erziehungsberechtigte, die bei der Erziehung und Betreuung ihres Kindes Unterstützung benötigen.
  • Familientherapie: Diese Maßnahme unterstützt den pädagogischen Prozess und trägt dazu bei, die innerfamiliären Beziehungen zu verbessern oder überhaupt erst wieder zu ermöglichen.
  • Ambulante Hilfe: bezieht das soziale Umfeld mit ein und findet als Erziehungsbeistandschaft oder sozialpädagogische Familienhilfe in der Familie statt.
  • Teilstationäre Hilfe: erhält das Kind oder der Jugendliche mehrere Stunden pro Tag  z.B. in einer Tagesgruppe.
  • Vollstationäre Hilfe: wird außerhalb des Elternhauses in Heimerziehung oder Wohngruppen gewährt. Sie kann auch vorübergehend oder dauerhaft in Vollzeitpflegefamilien erfolgen.

Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene können sich aber auch selbstständig Hilfe beim Jugendamt holen. Die Eltern müssen davon nichts wissen, wenn die Kinder und Jugendlichen das nicht wollen.

Mehr Informationen zu den Hilfen zur Erziehung sowie ein FAQ finden Sie auf der Internetseite des für Sie zuständigen Jugendamtes.

Weitere Hilfsangebote

  • Schulische und berufliche Förderung: Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die darauf abzielen, Kinder und Jugendliche beim Erwerb von Bildung und Qualifikationen zu unterstützen.
  • Therapeutische Maßnahmen: Diese Maßnahmen umfassen zum Beispiel Psychotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie und Musiktherapie, die dazu dienen, die Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes oder Jugendlichen zu fördern.
  • Unterstützung bei der Integration in die Gesellschaft: Diese Maßnahmen unterstützen Jugendliche beim Einstieg in das Erwachsenenleben, beispielsweise durch Unterstützung bei der Wohnungssuche, der Vermittlung von Arbeit oder Ausbildungsplätzen.

Wo finden wir Hilfe und Beratung?

In Nordrhein-Westfalen gibt es viele Unterstützungs- und Beratungsangebote für Eltern und Familien – zum Beispiel Erziehungsberatungsstellen vor Ort oder Angebote der Jugendämter für Jugendliche und Eltern. Der Familienlotse des Familienportal.NRW erleichtert Ihnen die Suche und Orientierung und hilft schnell und unkompliziert dabei, das für Sie passende Angebot in Ihrer Nähe zu finden.

  • Schnell erreichbare Hilfe: Alle wichtigen Hotlines, Notrufnummern und Beratungstelefone für Familien finden Sie nur einen Klick entfernt hier auf dem Familienportal.NRW.
  • Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche über das Jugendamt: Kinder und Jugendliche können sich in allen Angelegenheiten der Erziehung und Entwicklung auch elternunabhängige Beratungsangebote von den Jugendämtern einholen. Zum Beispiel bei persönlichen Problemen oder Ärger rund um die Schule oder bei Ausbildungsfragen. Genaueres erfahren Sie bei unterstuetzung-die-ankommt.de
  • Kinder und Jugendliche können sich zudem anonym und online bei jugend.bke-beratung.de beraten lassen und auch mit Gleichaltrigen austauschen.
  • Elternberatung Sucht: Das Informationsportal ELSA unterstützt Eltern bei Fragen oder Beratungsbedarf zu Themen wie Cannabis, Videospielen, Alkohol und Handysucht bei Kindern und Jugendlichen. Die Onlineberatung elternberatung-sucht.de ist kostenfrei und kann anonym genutzt.
  • Stark statt breit: Beratungs- und Fachstellen rund um das Thema Cannabis finden Sie auf dem Infoportal starkstattbreit.nrw.de.

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Viele Kommunen in NRW bündeln ihre Angebote und Kontaktadressen rund um die Themen des Familienlebens (Beratungsstellen, Eltern-Kind-Kurse, Freitzeitangebote u. v. m.) auf einem speziellen Internetportal. Den Link zu diesem Service Ihrer Stadt oder Gemeinde finden Sie hier auf unserem Familienportal.NRW:

Wenn Sie eine Krisensituation erleben, können Sie sich an eine der rund 300 Familienberatungsstellen in NRW wenden. Eine Übersicht der Beratungsangebote finden Sie auf der Internetseite "chancen.nrw" des Familienministeriums: