Fahrradhelm für Kinder

Tipps zu Kauf, Größe, Sicherheit und häufigen Fehlern beim Tragen. 

Text zuletzt aktualisiert: 10.06.2026

Das Wichtigste zum Kinderfahrradhelm im Überblick

  • Ein Fahrradhelm schützt wirksam vor schweren Kopfverletzungen – auf dem Laufrad, beim Fahrradfahren, im Fahrradsitz, sowie in Fahrradanhängern und Lastenrädern. 
  • Entscheidend ist der richtige Sitz: Der Helm muss gut passen, fest sitzen und richtig eingestellt sein. 
  • Achten Sie beim Kauf auf Größe, Verstellsystem, Gewicht, Belüftung und Prüfsiegel. 
  • Nehmen Sie Ihr Kind zum Anprobieren unbedingt mit und lassen Sie sich im Fachhandel beraten.  
  • Nach einem Sturz oder spätestens nach 5 Jahren muss der Helm ersetzt werden.  
  • Auf dem Spielplatz sollte Ihr Kind den Fahrradhelm unbedingt absetzen, es besteht sonst eine erhöhte Verletzungsgefahr.  

Sitzt der Fahrradhelm richtig? Darauf kommt es an!

Wenn Ihr Kind das Fahrradfahren lernt oder sich zusammen mit Ihnen im Straßenverkehr bewegt, beispielsweise im Fahrradanhänger, ist die Sicherheit entscheidend. Ein gut sitzender Fahrradhelm gehört dabei zur wichtigen Ausstattung, auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht gibt. Studien zeigen, dass ein Fahrradhelm das Risiko schwerer Kopfverletzungen deutlich senken kann. Voraussetzung ist jedoch, dass der Helm gut sitzt und im Straßenverkehr richtig getragen wird. Dieser Ratgeber erklärt, worauf Sie beim Kauf und Anpassen eines Helms achten sollten. 

Ein Vater prüft den Sitz des Fahrradhelms seiner Tochter.

Warum sollte mein Kind einen Fahrradhelm tragen?

Ein Fahrradhelm schützt den Kopf Ihres Kindes 

  • auf dem Laufrad, 
  • beim Fahrradfahren, 
  • als Passagier im Fahrradsitz, 
  • im Fahrradanhänger  
  • oder im Lastenrad. 

75 % der Kinder zwischen 6 und 10 Jahren nutzen regelmäßig einen Fahrradhelm. Das ist gut so, denn bei Radunfällen kann es zu schweren Kopfverletzungen kommen. Besonders Kinder sind gefährdet, da sie erst lernen müssen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Aus Sicherheitsgründen ist ein Helm beim Fahrradfahren daher unverzichtbar. Eltern sind auch hier die besten Vorbilder und sollten mit gutem Beispiel vorangehen.  

Fahrradhelm kaufen: Darauf sollten Sie achten

Ein Fahrradhelm schützt nur sicher, wenn er richtig sitzt. Denn nicht jedes Helm-Modell passt zu jeder Kopfform. Aus diesem Grund sollte der Helm beim Kauf anprobiert werden. Nehmen Sie Ihr Kind unbedingt mit und lassen Sie sich am besten im Fachhandel kompetent beraten. Darauf kommt es bei Kindern an: 

Was ist MIPS? 

MIPS ist die Abkürzung für Multi-directional Impact Protection System. Diese neue Schutztechnolgie ist zunehmend auch in Kinderhelmen zu finden. Es erlaubt eine Rotationsbewegung des Helms und schützt den Kopf bei einem seitlichen oder schrägen Aufprall noch besser, weil es die Kräfte auf das Gehirn durch eine bewegliche Innenschale reduziert. Der Aufpreis ist meist vergleichsweise gering, sodass dieser Zusatzschutz eine sinnvolle Wahl sein kann.    

Vorsicht beim Kauf eines gebrauchten Helms

Kaufen Sie einen Helm für Ihr Kind nur dann gebraucht, wenn Sie sicher sind, dass er der Sicherheitsnorm EN 1078 entspricht und noch keinen Sturz erlebt hat oder heruntergefallen ist. Zudem ist zu beachten, dass der Helm nicht älter als 3 Jahre sein sollte, da das Material auch ohne Aufprall ermüdet. 

Sicherheitsnormen: Was bedeuten die Prüfsiegel?

Eine gute Qualität des Fahrradhelms erkennen Sie an folgenden Prüfsiegeln:  

  • Europäische Sicherheitsnorm

    Die europäische Sicherheitsnorm erkennen Sie an dem Zeichen EN 1078. Es ist auf jedem geprüften Fahrradhelm angegeben und bestätigt, dass der Helm bestimmte Anforderungen an Stoßdämpfung, Stabilität und Durchdringungsfestigkeit erfüllt.

  • CE-Kennzeichen

    Das CE-Kennzeichen ist ein Hinweis auf die Einhaltung europäischer Sicherheitsstandards.

  • GS-Zeichen

    Das GS-Zeichen steht für „Geprüfte Sicherheit“, die über die Mindestanforderungen hinausgeht. 

  • Bewertung durch Verbraucherorganisationen

    Einen guten Vergleich liefern auch die regelmäßigen Tests und Bewertungen von Stiftung Warentest und ADAC.

Die Fahrradsaison beginnt? Das ist zu tun!

Kinder wachsen schnell. Stürze passieren. Überprüfen und kontrollieren Sie den Fahrradhelm Ihres Kindes zu Beginn der Fahrradsaison möglichst regelmäßig: 

  • Passt der Helm noch zur Kopfgröße? 
  • Sitzt der Helm fest? 
  • Gibt es sichtbare Risse? 
  • Ist der Helm vielleicht durch einen Sturz beschädigt worden oder heruntergefallen? Dann sollte er ersetzt werden, auch wenn äußerlich keine Schäden sichtbar sind.  
  • Der Kunststoff kann altern, daher sollte der Helm spätestens nach 3 bis 5 Jahren ausgetauscht werden. Auch dann, wenn keine Schäden sichtbar sind. Oft zeigen sich Anzeichen von Verschleiß an ausgeleiertem Innenfutter, brüchigen Riemen und einer spröden Schale. Das Produktionsjahr finden Sie in der Regel auf dem Aufkleber unter dem Innenpolster. 

Das sind die häufigsten Fehler beim Helmtragen

Wichtiger Hinweis für den Spielplatz

An Klettergerüsten und Spielgeräten kann der Fahrradhelm gefährlich werden: Ihr Kind kann mit dem Helm an Sprossen hängenbleiben oder die Gurte können sich verhaken und zur Strangulationsgefahr werden. Wenn Ihr Kind auf dem Spielplatz spielt, sollte es den Fahrradhelm daher unbedingt absetzen. Auch für andere Sportarten ist der Fahrradhelm ungeeignet.  

Wo gibt es Hilfe und Beratung? 

Die erste Adresse für eine fundierte Beratung ist der Fachhandel vor Ort. Dort können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind das richtige Modell aussuchen und anprobieren. Das Fachpersonal hilft, den Helm richtig einzustellen. 

Auch die lokalen Ortsverbände der Deutschen Verkehrswacht sind eine empfehlenswerte Anlaufstelle. 

Die Verkehrssicherheitsberatung der Polizei berät ebenfalls Familien, häufig direkt in Schulen und Kindergärten. 

Eine erste Orientierung und weitere Informationen finden Sie auf Portalen der Verbraucherorganisationen wie ADAC oder Stiftung Warentest.

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