Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft
Alles Wichtige zu den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft im Überblick
- In der Schwangerschaft haben Sie gesetzlichen Anspruch auf 10 Vorsorgeuntersuchungen.
- Die Termine finden zunächst monatlich, ab der 32. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen statt.
- Sie können zwischen einer Betreuung durch Ihre Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme wählen.
- Drei reguläre Ultraschalluntersuchungen finden in einer gynäkologischen Praxis statt.
- Zusätzliche IGeL-Leistungen sind freiwillig und kostenpflichtig.
10-mal Schwangerschaftsvorsorge: Was heißt das?
Die Schwangerschaft ist eine Zeit voller Vorfreude, aber auch mit vielen Fragen und Veränderungen. Gut zu wissen: Mit der Schwangerschaftsvorsorge werden Sie medizinisch von Anfang an gut begleitet. Ziel der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ist es, die gesunde Entwicklung des Babys zu begleiten und mögliche Risiken für Mutter und Kind frühzeitig zu erkennen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Vorsorgeleistungen Ihnen während der Schwangerschaft zustehen.
Wie werde ich in der Schwangerschaft medizinisch begleitet?
Damit Ihr Baby einen gesunden Start ins Leben hat, werden Sie schon vor der Geburt bestmöglich medizinisch betreut. Im Verlauf der Schwangerschaft haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf insgesamt 10 Vorsorgeuntersuchungen.
Von den Ultraschallterminen abgesehen, haben Sie die Wahl, wer die im Mutterpass vorgesehenen Untersuchungen durchführen soll: Ihre Hebamme oder Ihre Frauenärztin bzw. Ihr Frauenarzt. Bei wem Sie sich besser aufgehoben fühlen, entscheiden ganz allein Sie. Die Kosten übernimmt in beiden Fällen die gesetzliche Krankenkasse.
Wie oft findet die Schwangerschaftsvorsorge statt?
Im Mittelpunkt der Vorsorge steht die Gesundheit von Mutter und Kind.
Sofern keine Risikoschwangerschaft vorliegt, erfolgt nach der Erstuntersuchung einmal monatlich ein Routinecheck. Ab der 32. Schwangerschaftswoche finden die Termine alle zwei Wochen statt.
Den Mutterpass bekommen Sie bei der Erstuntersuchung. Sie sollten ihn ab jetzt immer bei sich tragen.
Was wird bei der Schwangerschaftsvorsorge kontrolliert?
Die routinemäßigen Vorsorgetermine umfassen folgende Standarduntersuchungen:
- Abhören der kindlichen Herztöne
- Messen des Blutdrucks der Mutter
- Feststellen der Gewichtszunahme
- Untersuchen des Urins auf Nierenprobleme und Zuckerkrankheit
- Untersuchen des Blutes auf einen möglichen Eisenmangel
- Vermessen der Größe und Höhe der Gebärmutter
- Ermitteln der Lage des Kindes
- Überprüfen von möglichen Wassereinlagerungen oder Krampfadern
Diese Untersuchungen sind im Rahmen der gesetzlichen Vorsorge kostenlos.
Welche Infektionskrankheiten werden bei den Vorsorgeuntersuchungen kontrolliert?
Zu Beginn der Schwangerschaft werden mit Abstrichen, Bluttests und weiteren Laboruntersuchungen verschiedene Infektionskrankheiten abgeklärt. Kostenlos untersucht werden Schwangere auf
- Röteln-Immunität
- Chlamydien
- Hepatitis B
- Syphilis
- HIV
Wann finden Ultraschalluntersuchungen statt?
Im Verlauf der Schwangerschaft sind auch 3 Ultraschalluntersuchungen vorgesehen, um das Wachstum und die Entwicklung des Kindes zu kontrollieren. Diese Untersuchungen können nur in einer gynäkologischen Praxis durchgeführt werden. Diese Termine finden statt:
- 1. Untersuchung: 9. bis 12. Schwangerschaftswoche
- 2. Untersuchung: 19. bis 22. Schwangerschaftswoche
- 3. Untersuchung: 29. bis 32. Schwangerschaftswoche
Bei auffälligen Befunden oder besonderen Risiken werden Ihnen vom Arzt oder von der Ärztin vermutlich weitere Ultraschalluntersuchungen oder spezielle Tests empfohlen.
Was sind freiwillige individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL-Leistungen)?
Es ist möglich, dass Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt Ihnen während der Schwangerschaft weitere individuelle Gesundheitsleistungen anbietet. Diese Angebote werden auch IGeL-Leistungen genannt.
IGeL-Leistungen können Sie in Anspruch nehmen, wenn Sie damit ein besseres Gefühl haben. Sie sind aus medizinischer Sicht bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf allerdings nicht zwingend erforderlich. Aus diesem Grund müssen Sie dafür selbst bezahlen.
Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Bauchgefühl vertrauen und sich nicht unnötig verrückt machen lassen. Sollte im Verlauf der Schwangerschaft ein begründeter Verdacht auf ein besonderes Risiko bestehen, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ganz sicher alle medizinisch erforderlichen Untersuchungen anordnen.
Selbstverständlich steht Ihnen Ihr Arzt, Ihre Ärztin oder Ihre Hebamme auch in allen anderen gesundheitlichen Fragen rund um die Schwangerschaft zur Verfügung.
Häufige Fragen und Antworten zur Schwangerschaftsvorsorge
Wo finden wir Hilfe und Beratung?
In der Schwangerschaft gibt es neben der medizinischen Vorsorge auch zahlreiche beratende und begleitende Angebote.
Die gynäkologische Praxis ist die erste Anlaufstelle in der Schwangerschaft, wenn es um Vorsorge, Fragen zu körperlichen Veränderungen und Beschwerden oder Einschätzungen zum Schwangerschaftsverlauf geht.
Hebammen beraten oft schon lange vor der Geburt und sind werdenden Müttern wichtige Begleiterinnen während der Schwangerschaft.
Schwangerschaft- und Familienberatungsstellen unterstützen werdende Eltern in emotional belastenden Situationen und bei Entscheidungsfindungen rund um Schwangerschaft und Geburt. Über die Datenbank des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) finden Sie mit wenigen Klicks eine Schwangerschaftsberatungsstelle in Ihrer Nähe. Informationen zu allgemeinen Familienberatungsstellen oder Familienbüros vor Ort erhalten Sie über unseren Familienlotsen hier auf dem Familienportal.