Familienministerin Verena Schäffer
Interview

Ministerin Verena Schäffer: Starke Familien, starke Kinder

Interview mit der Familienministerin des Landes Nordrhein-Westfalen

Text zuletzt aktualisiert: 31.03.2026

„Familienpolitik muss sich im Alltag bewähren.“

Ein Interview mit Familienministerin Verena Schäffer
Verena Schäffer ist seit Januar 2026 Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Landesministerin setzt sie sich für starke Familien und Chancengerechtigkeit für alle ein. In diesem Interview verrät sie, was bereits heute gut läuft in der Familienpolitik, worauf sie aufbauen möchte und welche Rolle das Familienportal.NRW dabei hat. 

Familienportal.NRW: Wenn Sie auf die Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen blicken: Was funktioniert bereits gut und worauf möchten Sie aufbauen?

Verena Schäffer: Wenn ich auf die Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen blicke, dann sehe ich viele Unterstützungsmöglichkeiten für Familien und vieles, auf das wir aufbauen können. Wir haben Strukturen geschaffen, die Familien Orientierung bieten. Im digitalen Raum bietet das Familienportal ein breites Informationsangebot zum Familienleben in verschiedenen Lebensphasen. Vor Ort machen Familienbildungsstätten, Familienzentren oder Familienberatungsstellen Angebote, die Familien im Alltag unterstützen. Gleichzeitig setzen wir auf Programme, die direkt bei den Familien im Land ankommen. Mit der Familienzeit ermöglichen wir Familien mit geringem Einkommen eine Auszeit vom Alltag.

Sehr wichtig ist mir, dass Leistungen, auf die ein Anspruch besteht, auch tatsächlich bei den Familien ankommen. Zum Beispiel die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets. Sie setzen genau da an, wo Familien mit geringem Einkommen Unterstützung benötigen: Klassenfahrten, Nachhilfe oder auch das gemeinsame Mittagessen in Schule und Kita werden darüber bezahlt. Es ist mir wichtig, weiter gemeinsam mit den Kommunen daran zu arbeiten, dass diese Leistungen möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen und die Verwaltungsaufwände für alle reduziert werden.

„Familien brauchen Zeit, Planbarkeit und Entlastung durch verlässliche Kinderbetreuung, flexible Lösungen in der Arbeitswelt und eine Kultur, in der Fürsorge und Erwerbsarbeit zusammenpassen. ”
Eltern und Familien stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen. Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer Amtszeit setzen, um Eltern und Familien im Alltag spürbar zu unterstützen? Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Eltern und Familien leisten jeden Tag enorm viel – in den unterschiedlichsten Lebenslagen und Familienformen. Das Familienleben hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Viele stehen unter hohem zeitlichen, finanziellen und organisatorischen Druck. Zugleich wirken sich globale Krisen bis in den Alltag vieler Familien aus. Deshalb ist Chancengerechtigkeit für mich von zentraler Bedeutung: Jedes Kind soll gute Startbedingungen haben – unabhängig von seiner Herkunft oder dem Einkommen seiner Familie. Dafür brauchen wir frühe, passgenaue Unterstützung und verlässliche Strukturen, die dort besonders stärken, wo der Bedarf am größten ist. Die finden Sie hier auf dem Familienportal.

Genauso wichtig ist es, Familienvielfalt konsequent mitzudenken: Alleinerziehende, Patchwork- und Regenbogenfamilien, Pflege- und Adoptivfamilien, Mehrkindfamilien oder Familien mit Zuwanderungsgeschichte. Angebote müssen diskriminierungsfrei, verständlich und für alle tatsächlich erreichbar sein. Und mir liegt am Herzen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spürbar besser gelingt. Familien brauchen Zeit, Planbarkeit und Entlastung durch verlässliche Kinderbetreuung, flexible Lösungen in der Arbeitswelt und eine Kultur, in der Fürsorge und Erwerbsarbeit zusammenpassen. Mein Anspruch ist: Familienpolitik muss sich im Alltag bewähren – zuverlässig, niedrigschwellig und spürbar entlastend wirken.

„Das Familienportal.NRW ist eine echte Unterstützung im Familienalltag (...). Die Informationen sind verständlich aufbereitet, aktuell und schnell zu finden.”
Viele Familien suchen im Alltag nach Orientierung und Verlässlichkeit. Genau hier setzt das Familienportal.NRW an. Welche Bedeutung hat das Familienportal.NRW für Sie?

Das Familienportal.NRW ist für mich eine echte Unterstützung im Familienalltag. Gerade weil es heute unzählige Informationsquellen und Kanäle gibt, ist es umso wichtiger, verlässliche und gut abgesicherte Informationen aus offizieller Hand zu bekommen – genau das bietet das Portal für Menschen in Nordrhein-Westfalen, alles Wichtige auf einer Plattform. Ob es um finanzielle Leistungen, Beratungsangebote oder um Alltagsfragen geht: Die Informationen sind verständlich aufbereitet, aktuell und schnell zu finden. Besonders wichtig finde ich, dass Familien auf dem Familienportal.NRW erfahren, welche Leistungen es für sie gibt, worauf sie Anspruch haben und wie sie die Anträge online stellen können. Das schafft Orientierung, gibt Sicherheit und macht Familien das Leben einfacher.

Sie sind selbst Mutter von zwei Kindern. Was hat sie persönlich geprägt, wenn es um Familie, Vereinbarkeit und Verantwortung geht? Welche Erfahrungen aus Ihrem Leben helfen Ihnen, politische Entscheidungen für Familien besser einzuordnen?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch in meiner Familie eine große Rolle gespielt. Mein Eindruck war in dieser Zeit, dass Kinder und Jugendliche zu wenig gehört werden. Deswegen ist während der Pandemie bei mir der Anspruch gewachsen, mehr Verantwortung in der Politik zu übernehmen und mich für Kinder und Jugendliche, für alle Familien, stark zu machen. Das treibt mich auch als Familienministerin des Landes Nordrhein-Westfalen an. Dazu gehört auch, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von Eltern, insbesondere von Frauen, zu verbessern. Denn starke Familien machen Kinder stark.

Über Ministerin Verena Schäffer

Verena Schäffer, geboren 1986, wuchs als „Kind des Ruhrgebiets“ in Witten auf. Von Oktober 2007 bis Juni 2010 studierte sie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf Geschichte und Jüdische Studien. Im Mai 2010 wurde sie das erste Mal in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt. Am 27. Januar 2026 ernannte Ministerpräsident Hendrik Wüst Verena Schäffer zur Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration.

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