Ihr Kind sagt: „Ich bin anders“
Das Wichtigste zu Beratungsstellen für Eltern mit einem queeren Kind im Überblick
- Es ist natürlich, dass sich Eltern verunsichert fühlen und viele Fragen haben, wenn sich Kinder oder Jugendliche anvertrauen, dass sie nicht heterosexuell sind oder sich beispielsweise als queer oder trans* verstehen.
- In Nordrhein-Westfalen gibt es LSBTIQ*-Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Angehörige.
- Eltern erhalten dort Informationen, Orientierung und kostenlose Unterstützung zu vielen Themen rund um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, Coming-out, Ausgrenzung und Umgang mit Krisen
„Ich bin anders“: Beratung, Anlaufstellen und Unterstützung für Eltern mit einem queeren Kind
Wenn Kinder oder Jugendliche mit ihrem Geschlecht hadern oder eröffnen, dass sie nicht heterosexuell sind, stellen sich Eltern viele Fragen. Was heißt das? Was braucht es jetzt? Wo finden wir verlässliche Hilfe, wenn Unsicherheit und Sorgen vor Diskriminierung wachsen? Und selbstverständlich: Wie können wir unser Kind unterstützen? In Nordrhein-Westfalen gibt es zahlreiche Beratungsangebote, die Eltern und ihre Kinder sensibel begleiten. Dieser Überblick zeigt Ihnen, welche Anlaufstellen es gibt und wo Sie kostenlose Beratung und Unterstützung erhalten.
Wie können Eltern ihr queeres Kind unterstützen?
Vielleicht haben Sie es schon geahnt, vielleicht hat Sie der Moment auch überrascht: Wenn das Kind sagt „Ich bin anders“, stehen Eltern plötzlich vor Fragen, auf die es keine schnellen Antworten gibt. Unsicherheit, Überforderung, Angst vor dem Unbekannten oder auch Enttäuschung können auftauchen. All diese Gefühle sind normal.
Dieser Überblick will Ihnen Mut machen und zeigen: Sie sind mit Ihren Gedanken und Sorgen nicht allein. Beratung bedeutet nicht, sofort alles verstehen oder richtig machen zu müssen. LSBTIQ*-Beratungsstellen sind genau dafür da und bieten Unterstützung, damit Sie ihr Kind liebevoll, informiert und sicher auf seinem Weg begleiten können. Die Anlaufstellen sind geschützte Orte für Gespräche und Entlastung. Hier finden Eltern und Kinder spezialisierte Fachkräfte, die Erfahrung haben, zuhören und dabei helfen, die nächsten Schritte zu gehen.
Die folgende Übersicht stellt spezialisierte Anlaufstellen in Nordrhein-Westfalen vor.
LSBTIQ* Beratungsstellen des Landes Nordrhein-Westfalen
Elterliche Unterstützung gilt als wichtigster Schutzfaktor für die psychische Gesundheit queerer Kinder. Deshalb fördert die Landesregierung Nordrhein-Westfalen gezielt Projekte und Beratungsangebote, die auch Eltern Orientierung geben, Vielfalt stärken und Diskriminierung abbauen.
In Nordrhein-Westfalen gibt es sieben landesgeförderte psychosoziale Beratungsstellen für LSBTIQ* Menschen und ihre Angehörigen. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Eltern:
- Informationen zu geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung
- Beratung für Eltern und Angehörige
- Unterstützung beim Coming-out von Kindern und Jugendlichen
- Hilfe bei akuter Krisenbewältigung, Ausgrenzung und sexualisierter Gewalterfahrung
- Beratung zu Familie, Schule, Ausbildung und rechtlichen Fragen
- Vermittlung zu spezialisierten Angeboten
Weitere Informationen finden Sie über die jeweilige Website:
- Queer*Connect, Aidshilfe Bielefeld e. V., Bielefeld
www.aidshilfe-bielefeld.de, Telefon: +49 521 133388 - Rosa Strippe e.V., Bochum
www.rosastrippe.de, Telefon: +49 234 19 446 - LEBEDO, SLADO e.V. Dortmund
www.lebedo.de, Telefon: +49 231 98 22 14 40 - Rubicon e. V., Köln
https://rubicon-koeln.de/beratung/, Telefon: +49 22127 66 99 90 - KCM e. V. Münster - Verein für queeres Leben
www.kcm-muenster.de, Telefon: +49 251 66 56 86 - andersROOM - Queere Initiative Siegen e.V.
www.andersroom.de, Telefon: +49 271 53 297 - Lebenslust Mobile Beratungsstelle Niederrhein und westliches Ruhrgebiet, SVLS e.V.
www.lebenslust-beratungsstelle.de
Verbände, Fachstellen und landesweite Netzwerke
LSBTIQ*-Fachstellen richten sich mit ihren Angeboten ebenfalls auch an Eltern. Sie bieten spezialisierte Beratungsangebote für Familien, deren Kinder sich als queer, trans* oder inter* verstehen – oder sich als lesbisch, schwul oder auch bi- oder pansexuell outen. Die Beratung ist vertraulich und kostenfrei. Hier finden Sie eine Übersicht der Verbände und Fachstellen in NRW:
Spezielle Angebote für Eltern
Spezielle Angebote für queere Jugendliche
In Nordrhein-Westfalen gibt es über 70 Treffs und Gruppen für LSBTIQ*Jugendliche. Auf dem Portal der Fachstelle Queere Jugend NRW stellen sich die Jugendtreffs vor:
Spezielle Angebote für Schulen, Sportvereine und Jugendzentren
SCHLAU NRW bietet Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekte zur Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung. Ehrenamtlich tätige Teams leiten Workshops mit Schulklassen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in denen über Coming-out, Vorurteile, Rollenbilder und den Umgang mit LSBTIQ-Feindlichkeit gesprochen wird. Mehr Infos unter: