Resilienz fördern

Wie Eltern Kinder stark fürs Leben machen können 

Text zuletzt aktualisiert: 10.07.2026

Das Wichtigste zur Resilienz im Überblick 

  • Resilienz ist die Fähigkeit, Herausforderungen und Krisen zu bewältigen und trotz Belastungen inneren Halt zu finden. 
  • Sie ist nicht angeboren, sondern entwickelt sich durch Erfahrungen, Beziehungen und Unterstützung im Alltag. 
  • Verlässliche Bezugspersonen, Wertschätzung und emotionale Sicherheit bilden die Grundlage für Resilienz. 
  • Kinder stärken ihr Selbstvertrauen, wenn sie eigene Erfahrungen machen, altersgerecht Verantwortung übernehmen und Probleme selbst lösen dürfen. 
  • Offene Gespräche über Gefühle, Sorgen und Ängste helfen Kindern, mit belastenden Situationen besser umzugehen. 
  • Eltern sind wichtige Vorbilder: Wer Gefühle zulässt, Unterstützung annimmt und konstruktiv mit Herausforderungen umgeht, vermittelt Zuversicht und Bewältigungsstrategien. 

Stark und widerstandsfähig durchs Leben durch Resilienz

Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die von schnellen Veränderungen und Unsicherheiten geprägt ist. Nachrichten über Kriege, den Klimawandel oder gesellschaftliche Spannungen machen vor dem Familienalltag nicht halt und können Kinder verunsichern oder belasten. Umso wichtiger wird die Resilienz – die Fähigkeit, zuversichtlich mit Herausforderungen und Stresssituationen umzugehen und trotz schwieriger Umstände inneren Halt zu finden. Eltern können viel dazu beitragen, diese Stärke im Alltag zu fördern. Schon kleine Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, verlässliche Beziehungen und ein wertschätzendes Familienklima helfen Kindern dabei, Vertrauen in sich selbst und in andere zu entwickeln.

Ein Vater trägt seinen Sohn auf den Schultern und beide deuten starke Arme an.

Was bedeutet Resilienz?

Der Begriff „Resilienz“ bezeichnet die psychische Widerstandskraft und beschreibt damit die Fähigkeit eines Menschen, schwierige Situationen zu bewältigen, sich von Belastungen gut zu erholen und im Idealfall sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Sie ist keine angeborene Eigenschaft, die man entweder hat oder nicht hat. Vielmehr entwickelt sich Resilienz im Laufe des Lebens – besonders durch gemeisterte Herausforderungen, stabile Beziehungen und die Erfahrung, sich in Krisensituationen auf ein soziales Sicherheitsnetz verlassen zu können. 

Resilient zu sein bedeutet nicht, immer stark zu sein oder Probleme einfach auszuhalten, sondern ein Grundvertrauen darin zu haben, seine persönliche Lage positiv beeinflussen und an schwierigen Situationen wachsen zu können.  

Wie erkläre ich meinem Kind, was es heißt „resilient“ zu sein?  

Sie können erklären, dass Resilienz wie eine Superkraft ist, die uns hilft, nach schwierigen Momenten wieder stark zu werden – und die mit jeder gemeisterten Herausforderung noch stärker wird. Besonders verständlich geht das über Bilder aus dem Alltag: 

Stell dir vor, du fällst beim Fahrradfahren hin. Das tut weh, und vielleicht bist du traurig oder wütend. Aber nach einer Weile beruhigst du dich, steigst wieder aufs Rad und fährst weiter. Oder du hast bei einem Test eine schlechte Note bekommen und bist enttäuscht. Aber nach dem ersten Schreck denkst du dir vielleicht: „Das war nicht schön, aber ich kann mir Hilfe beim Lernen holen, damit ich mit gutem Gefühl in die nächste Prüfung gehen kann.“ Genau das ist Resilienz: Mit schwierigen Situationen umgehen zu können, nach einem Rückschlag nicht aufzugeben, wieder Mut zu fassen und weiterzumachen. 

Warum Resilienz heute besonders wichtig ist

Resilienz hilft Kindern dabei, 

  • neue Situationen im Alltag selbstbestimmt zu meistern, 
  • in Krisenmomenten lösungsorientiert zu handeln, 
  • Gefühle wie Angst oder Sorgen auszudrücken, 
  • sich Unterstützung zu holen und anzunehmen, 
  • belastende Nachrichten besser einzuordnen, 
  • Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit zu haben, 
  • Krisensituationen ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen, 
  • und auch in schwierigen Zeiten Hoffnung und Zuversicht zu behalten. 

Resilienz kann Kindern und Jugendlichen nicht nur dabei helfen, alltäglichen Herausforderungen besser zu begegnen. Sie kann auch besonders wertvoll sein, um negative Ereignisse im Weltgeschehen, wie Kriege und Naturkatastrophen, emotional zu verarbeiten. Auch wenn es sich hierbei nicht um Situationen handelt, die durch Einzelne gelöst werden können, ist Resilienz eine wichtige Fähigkeit, um in Zeiten von globalen Krisen zuversichtlich zu bleiben.

So fördern Eltern die Resilienz ihres Kindes

Wo finden wir Hilfe und Beratung? 

Jedes Kind erlebt schwierige Situationen anders. Wenn Sorgen, Ängste oder andere Belastungssymptome über längere Zeit anhalten oder Sie unsicher sind, wie Sie Ihr Kind unterstützen können, sollten Sie sich Hilfe holen. 

Kostenlose telefonische Anlaufstellen:   

  • Für Kinder und Jugendliche:  Die Nummer gegen Kummer ist unter 116 116 erreichbar.   
  • Für Eltern: Beim Elterntelefon erhalten Sie unter 0800 1110550 kostenfreie Hilfe.  
  • Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar unter 0800 111 0 111.   

Helfen können auch der Kinderarzt oder die Kinderärztin sowie ein Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut oder eine -Psychotherapeutin.   

Unter Mein Familienlotse finden Sie Beratungs- und Anlaufstellen der Familienberatung in Ihrer Nähe.  

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