Hitzeschutz für Kinder

So schützen Sie Kinder von 6 bis 10 Jahren an heißen Tagen

Text zuletzt aktualisiert: 13.07.2026

Die 5 wichtigsten Regeln bei großer Hitze:

  • Sport und körperliche anstrengende Aktivitäten auf die Morgen- und Abendstunden verlegen
  • Mittagssonne meiden und möglichst im Schatten aufhalten
  • Über den Tag verteilt ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Getränke
  • Leichte Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutz nutzen
  • Warnzeichen wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit ernst nehmen

Hitzeschutz: So kommen Kinder gut durch heiße Tage

Immer häufiger klettert das Thermometer in Deutschland über die 30-Grad-Marke. Kinder verbringen bei schönem Wetter oft viel Zeit draußen – beim Spielen, Sport oder mit Freunden. Gleichzeitig belastet große Hitze den Körper. Mit einigen einfachen Maßnahmen lassen sich gesundheitliche Risiken vermeiden.

Ein Junge sitzt auf einer Mauer im Schatten und öffnet eine Wasserflasche.

Warum extreme Hitze für Kinder belastend sein kann

Kinder können die Risiken hoher Temperaturen oft schlechter einschätzen als Erwachsene. Beim Spielen oder Sport vergessen viele das Trinken oder bemerken Warnsignale des Körpers erst spät.

Große Hitze kann zu Flüssigkeitsmangel, Kreislaufproblemen oder einer Hitzeerschöpfung führen. Besonders gefährdet sind Kinder bei intensiver körperlicher Aktivität, direkter Sonneneinstrahlung oder wenn sie zu wenig trinken.

Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind ist, desto empfindlicher reagiert es auf hohe Temperaturen. 

Die beste Tageszeit für Aktivitäten im Freien

Die kühlsten und angenehmsten Stunden des Tages liegen in den Morgenstunden und am frühen Abend. Längere Aufenthalte im Freien sowie Sport, Radfahren oder andere anstrengende Aktivitäten sollten möglichst auf diese Tageszeiten verlegt werden.   

Die Sonneneinstrahlung ist zwischen 10 und 17 Uhr besonders intensiv. In dieser Zeit sollten Kinder möglichst im Schatten spielen oder sich in kühleren Innenräumen aufhalten. Wer sich draußen aufhält, sollte die körperliche Anstrengung reduzieren.

Vorsicht Sonnenbrand: Sonnenschutz ist Pflicht

Der beste Schutz vor Hitze, Sonne und UV-Strahlung ist geeignete Kleidung. 

Empfehlenswert sind

  • helle Kleidung, 
  • lockere und luftige Schnitte,
  • atmungsaktive Stoffe wie Naturfasern, z. B. Baumwolle oder Leinen,
  • eine Kopfbedeckung mit Schirm oder breiter Krempe,
  • eine Sonnenbrille.

Zusätzlich sollten alle unbedeckten Hautstellen mit einer wasserfesten Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+ eingecremt werden. Für einen guten Schutz sollte der Sonnenschutz möglichst schon eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien aufgetragen und regelmäßig aufgefrischt werden – besonders nach dem Baden oder bei starkem Schwitzen. Auch bei einem bewölkten Himmel ist Vorsicht geboten. 

Trinken bei Hitze: Wie viel ist genug?

Bei steigenden Temperaturen steigt auch der Flüssigkeitsbedarf. Kinder sollten regelmäßig trinken und nicht erst warten, bis Durst entsteht.

Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, indem Sie

  • zu jeder Mahlzeit ein ungesüßtes Getränk anbieten,
  • ans regelmäßige Trinken erinnern,
  • Ihrem Kind bei sportlichen Aktivitäten ausreichend Getränke mitgeben.

Am besten eignen sich Wasser sowie ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Die Getränke dürfen kühl sein, sollten aber nicht eiskalt serviert werden. 

Besonders nach dem Sport oder längerem Aufenthalt in der Sonne sollte die Flüssigkeitszufuhr ausgeglichen werden. Wasserreiche Lebensmittel wie Melonen, Gurken, Beeren oder Tomaten unterstützen zusätzlich die Flüssigkeitsaufnahme.

Sport bei Hitze

Fußballspielen, Radfahren oder andere sportliche Aktivitäten sind auch im Sommer möglich. Bei großer Hitze sollte das Training jedoch möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden.

Erinnern Sie an regelmäßige Trinkpausen und ausreichend Erholungsphasen im Schatten. Bei Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen sollte die körperliche Belastung sofort beendet werden.

Wohnung kühl halten

Die wirksamste Strategie für ein kühles Zuhause ist Durchlüften zur richtigen Tageszeit: 

  • Nachts und früh morgens lüften, 
  • tagsüber die Fenster sowie
  • Rolläden, Vorhänge oder Jalousien schließen.

Ein Ventilator kann die Luft zwar nicht abkühlen, sorgt aber oft für ein angenehmeres Gefühl. Der Luftstrom sollte jedoch nicht dauerhaft direkt auf den Körper gerichtet sein. 

Nachts unterstützen leichte Schlafkleidung und eine dünne Sommerdecke einen erholsamen Schlaf.

Abkühlung durch Wasser

Schwimmen und Baden sorgen für eine angenehme Abkühlung. Nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne sollte Ihr Kind jedoch nicht überhitzt ins kalte Wasser springen, sondern den Körper zuerst langsam abkühlen, damit sich der Kreislauf an den Temperaturunterschied anpassen kann. Erklären Sie, dass ein Kreislauflaufkollaps im Wasser mit einem ernstzunehmenden Risiko zu Ertrinken einhergeht.

Sonnenschutz aufzutragen ist beim Aufenthalt am und im Wasser besonders wichtig. Beim Planschen und Schwimmen schützt ein T-Shirt oder UV-Shirt die Haut auf Schultern und Rücken zusätzlich. Der Sonnenschutz sollte nach dem Baden aufgefrischt werden.

Wichtig: Kinder sollten auch im Schulalter am und im Wasser nicht unbeaufsichtigt spielen. Bei Kindern ist es besonders wichtig, dass sie Ihre Schwimmfähigkeit gut einschätzen können, nur an ausgewiesenen Badestellen schwimmen und auf keinen Fall in unbekannte Gewässer springen.

Kinder niemals im Auto zurücklassen!

Auch ältere Kinder dürfen bei Hitze nicht allein im Auto warten. Bereits nach wenigen Minuten kann sich ein geparktes Fahrzeug lebensgefährlich aufheizen. 

Überhitzt? So erkennen Sie Warnzeichen

Diese Anzeichen können auf Hitzestress oder eine beginnende Hitzeerschöpfung hinweisen:

  • Starkes Schwitzen,
  • gerötetes Gesicht,
  • Kopfschmerzen,
  • Schwindel,
  • Übelkeit,
  • Ohrgeräusche,
  • Müdigkeit,
  • Konzentrationsprobleme,
  • ungewöhnliche Schlappheit oder Teilnahmslosigkeit.

Bringen Sie Ihr Kind bei einem Verdacht sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum. Entfernen Sie gegebenenfalls zu warme Kleidung, legen Sie feuchte, nicht zu kalte Umschläge auf und bieten Sie etwas zu trinken an. 

Was ist ein Sonnenstich?

Ein Sonnenstich kann entstehen, wenn Kopf und Nacken über längere Zeit direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Besonders gefährdet sind Kinder ohne Kopfbedeckung. Durch die starke Sonneneinstrahlung erwärmen sich Kopf und Nacken, wodurch die Hirnhäute gereizt werden können. 

Typische Anzeichen eines Sonnenstichs können sein:

  • Kopfschmerzen,
  • Schwindel,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Müdigkeit,
  • ein heißer und roter Kopf.

Bringen Sie Ihr Kind bei einem Verdacht sofort in den Schatten oder an einen kühlen Ort. Kühlen Sie Kopf und Nacken mit einem feuchten Handtuch. Achtung: Verwenden Sie keine Kühlpads aus dem Gefrierfach – durch die plötzliche Kälte können sich die Blutgefäße zu stark zusammenziehen, was den Hitzestau im Kopf verstärken und einen Kreislaufkollaps zur Folge haben kann.

Wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder weitere Symptome hinzukommen, sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen. 

Akuter Notfall? Rufen Sie den Rettungsdienst.

Wenn der Körper bei extremer Hitze die Temperatur nicht mehr regulieren kann, kommt es zum Hitzschlag. Bei einem Hitzschlag handelt es sich um einen akuten Notfall, er kann Organe wie Herz, Lunge und Gehirn schädigen. 

Warnzeichen können sein:

  • heiße, gerötete Haut,
  • fehlendes Schwitzen trotz großer Hitze,
  • starke Kopfschmerzen,
  • Erbrechen,
  • Teilnahmslosigkeit bis hin zu Bewusstseinsstörungen,
  • Krämpfe.

Ein Hitzschlag muss sofort behandelt werden. Rufen Sie in diesem Fall den Rettungsdienst unter 112.

Häufige Fragen zum Hitzeschutz bei Kindern

Wo gibt es Hilfe und Beratung?

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihr Kind bei großer Hitze am besten schützen können oder Sie Beschwerden nicht einordnen können, wenden Sie sich an Ihre kinderärztliche oder hausärztliche Praxis. 

Bei gesundheitlichen Beschwerden wie starker Erschöpfung, Erbrechen, Kreislaufproblemen oder auffälliger Teilnahmslosigkeit sollten Sie ärztlichen Rat einholen. 

Bei akuten Warnzeichen wie Bewusstlosigkeit, Verwirrtheit, sehr heißer Haut, Krämpfen oder dem Verdacht auf einen Hitzschlag gilt: Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112. 

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