Endometriose
Das Wichtigste über Endometriose im Überblick
- Endometriose ist eine Erkrankung, bei der sich gutartige Gewebeherde ähnlich der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter bilden.
- Typische Anzeichen können u. a. starke Regelschmerzen, Unterbauchbeschwerden und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sein.
- Die Diagnose erfolgt über Gespräche, bildgebende Verfahren wie Ultraschall und MRT sowie ggfs. eine operative Bauchspiegelung.
- Endometriose ist bisher nicht heilbar, es gibt aber verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die individuell abgestimmt werden, um die Lebensqualität zu verbessern.
- Offene Gespräche und eine gute Aufklärung helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und passende Hilfe zu finden.
- Hilfe und medizinische Beratung bieten spezialisierte Ärztinnen und Ärzte, Endometriose-Zentren und Selbsthilfeangebote.
Endometriose: Starke Regelschmerzen sind nicht normal!
Viele Frauen kennen das: Unterleibsschmerzen während der Periode. Bei rund zwei Millionen Frauen in Deutschland gehen die Beschwerden jedoch weit darüber hinaus. Endometriose ist eine chronische Erkrankung, über die noch wenig gesprochen wird, die das Leben vieler Frauen aber spürbar einschränkt. Dieser Beitrag bietet einen verständlichen Überblick über Symptome, Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten und zeigt, wo Betroffene Hilfe bekommen können.
Was ist Endometriose?
Bei der Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter. Endometriose-Herde finden sich häufig an Eierstöcken, Eileitern oder am Bauchfell. Auch Darm, Harnleiter, Brustfell, die Vagina und andere Organe können betroffen sein. Das Gewebe reagiert auf hormonelle Veränderungen im Zyklus. Dadurch kann es zu Entzündungen, Verwachsungen und Vernarbungen kommen.
Die Erkrankung ist gutartig, geht aber oft mit starken Schmerzen einher. Schätzungsweise sind 10 bis 15 Prozent der Mädchen und Frauen im fruchtbaren Alter betroffen. Manche betroffene Frauen haben kaum Beschwerden, andere erleben deutliche Einschränkungen im Alltag und in ihrer Partnerschaft.
Welche Symptome sind typisch für Endometriose?
Die Symptome können vielschichtig und wechselhaft sein. Häufige Hinweise auf Endometriose sind:
- Krampfartige Unterleibsschmerzen vor und während der Periode
- Starke oder auch verlängerte Blutungen
- Kreislaufprobleme im Zusammenhang mit Menstruationsschmerzen
- Bauch- und Rückschmerzen vor und während der Menstruation
- Schmerzen während des Eisprungs in der Zyklusmitte
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Ungewollte Kinderlosigkeit
- Verdauungsprobleme während der Menstruation
- Weitere Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erschöpfung
Nicht bei allen betroffenen Frauen treten Symptome auf. Manche Erkrankungen werden gar nicht oder nur zufällig entdeckt, zum Beispiel wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt.
Hat Endometriose Einfluss auf den Kinderwunsch?
Im Zusammenhang mit Endometriose stellt sich für betroffene Frauen die Frage nach einer möglichen Schwangerschaft. Tatsächlich kann die Erkrankung Einfluss auf den Kinderwunsch haben, zum Beispiel wenn Verwachsungen oder Zysten die Funktion der Eierstöcke und Eileiter beeinträchtigen.
Allerdings bedeutet Endometriose nicht automatisch, dass eine Schwangerschaft nicht möglich ist. Viele Frauen mit Endometriose werden schwanger, manchmal mit medizinischer Begleitung.
Wenn ein Kinderwunsch besteht und sich nicht erfüllt, sollten Sie frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Spezialisierte Zentren und Kinderwunschkliniken können auch bei Endometriose individuelle Möglichkeiten aufzeigen und begleiten.
Welche Diagnoseverfahren gibt es?
Bei einem Verdacht auf Endometriose gibt es verschiedene Verfahren, um die Erkrankung abzuklären:
- Anamnese: Beobachtung der Schmerzsymptome und des zeitlichen Zusammenhangs mit dem Zyklus
- Ultraschall: Abweichungen der Gewebestrukturen von Gebärmutter, Eierstöcken und Eileiter können heute im Ultraschallverfahren gut erkannt werden, jedoch nicht immer alle Formen der Erkrankung.
- Magnetresonanztomografie (MRT): Ein MRT kann zusätzlich zur Abklärung beitragen.
- Bauchspiegelung: Für eine feingewebliche Untersuchung kann eine operative Bauchspiegelung erfolgen. Dabei können bereits auch bereits sichtbare Herde entfernt werden.
Weil die Beschwerden komplex und unspezifisch sind, ist eine Diagnose oft schwierig und dauert manchmal mehrere Jahre.
Wie kann die Behandlung von Endometriose aussehen?
Zur Behandlung von Endometriose stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung:
- Medikamentöse Therapie, z. B. hormonelle Behandlung
- Schmerztherapie
- Operative Eingriffe
- Ergänzende Maßnahmen wie Physiotherapie,
- Ernährungsanpassung oder Entspannungstechniken
Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Welche Behandlung passt, hängt vom Einzelfall, dem Schweregrad und dem Befall der Organe ab. Alle Therapien haben Vor- und Nachteile. Die Behandlungsstrategie sollte daher gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprochen und individuell angepasst werden.
Warum eine frühe Diagnose wichtig ist
Schmerzen einer Endometriose-Erkrankung sind kein „normaler“ Teil der Periode. Eine frühzeitige Abklärung kann helfen, Beschwerden besser zu einzuordnen und gezielt zu behandeln. Ein erster Schritt ist das Gespräch mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt oder einer spezialisierten Beratungsstelle. Bei einem Verdacht kann eine Überweisung an ein Endometriosezentrum erfolgen. Dort arbeiten Fachärztinnen und -ärzte, die Erfahrung mit der Komplexität der Erkrankung haben.
Warum Endometriose so oft unsichtbar bleibt
Endometriose ist oft mit Scham verbunden. Viele der Beschwerden betreffen Themen wie Menstruation, Unterleibschmerzen und Sexualität. Darüber zu sprechen, fällt manchen Menschen nicht leicht, weil die Symptome sehr persönlich sind.
Hinzu kommt, dass Regelschmerzen lange als „normal“ angesehen wurden. Viele Endometriose-Betroffene hören Sätze wie: „Regelschmerzen sind nichts ungewöhnliches“, „Stell dich nicht so an“ oder „Du bist einfach zu empfindlich“. Dadurch werden Beschwerden heruntergespielt.
Umso wichtiger ist es, über die Symptome zu sprechen und Wissen über Endometriose zu teilen. Mehr Verständnis kann dazu beitragen, dass Betroffene früher Unterstützung finden.
Häufige Fragen zur Endometriose
Wo finden wir Hilfe und Beratung?
Die Beratungsstelle der Endometriose-Vereinigung Deutschlands e. V. beantwortet kostenlos Fragen rund um die Erkrankung per Telefon oder Video – bei den beiden ersten Gesprächen unabhängig von einer Mitgliedschaft. Beratungstermine können Sie telefonisch vereinbaren: 0341 3065304. Weitere Informationen zur Endometriose-Beratung und zur Erkrankung gibt es auf der Website www.endometriose-vereinigung.de.
Das Portal Jung und Endo der Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. richtet sich mit Aufklärung, einer Kurzfilmreihe und einem Podcast speziell an junge Menschen mit Endometriose.
Über die Datenbank der Endometriose-Vereinigung Deutschlands e. V. können Sie nach zertifizierten Praxen und Kliniken suchen, die Erfahrung mit der Erkrankung haben.