Hitzeschutz für Kinder
Die 5 wichtigsten Regeln bei großer Hitze:
- Aktivitäten auf den Morgen und Abend verlegen
- Möglichst im Schatten aufhalten und die Mittagssonne vermeiden
- Regelmäßig Wasser oder ungesüßte Getränke anbieten
- Leichte Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutz nutzen
- Kinder niemals allein im Auto lassen
Hitzeschutz: So kommen Kinder gut durch heiße Sommertage
Immer häufiger klettert das Thermometer in Deutschland über die 30-Grad-Marke. Was für manche nach Sommer und Freibad klingt, kann für Kinder gesundheitlich zur Belastung werden. Wie Sie Ihr Kind an Hitzetagen schützen und worauf Sie an heißen Tagen besonders achten sollten, erfahren Sie hier.
Warum extreme Hitze für Kinder riskant sein kann
Im Hochsommer ist Hitzeschutz für Kinder besonders wichtig, denn sie können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie Erwachsene. Außerdem vergessen sie beim Spielen häufig zu trinken oder bemerken Durst erst spät.
Dadurch steigt das Risiko für Flüssigkeitsmangel, Hitzestress oder Kreislaufprobleme.
Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind ist, desto empfindlicher reagiert es auf hohe Temperaturen.
Die beste Tageszeit für Aktivitäten im Freien
Die kühlsten und angenehmsten Stunden des Tages liegen in den Morgenstunden und am frühen Abend. Wer raus möchte, plant Spaziergänge, Spielplatzbesuche und andere Aktivitäten im Freien am besten vor 10 Uhr oder nach 17 Uhr.
Die Sonneneinstrahlung ist zwischen 10 und 17 Uhr besonders intensiv. In dieser Zeit sollten Kinder möglichst im Schatten spielen oder sich in kühleren Innenräumen aufhalten. Toben und andere anstrengende Aktivitäten verschieben Sie möglichst auf die kühleren Tageszeiten.
Vorsicht Sonnenbrand: Sonnenschutz für Kinder ist Pflicht
Der beste Schutz vor Sonne und Hitze ist geeignete Kleidung.
Sie sollte
- hell sein, da helle Farben das Sonnenlicht besser reflektieren,
- locker und luftig sitzen,
- aus atmungsaktiven Naturfasern bestehen, z. B. aus Baumwolle oder Leinen.
Unbedingt wichtig ist eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe und Nackenschutz.
Schützen Sie unbedeckte Haut mit einer wasserfesten Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+. Tragen Sie den Sonnenschutz möglichst schon eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien auf und cremen Sie regelmäßig nach – besonders nach dem Baden oder bei starkem Schwitzen. Auch bei einem bewölkten Himmel ist Vorsicht geboten.
Trinken bei Hitze: Wie viel ist genug?
Bei steigenden Temperaturen steigt auch der Flüssigkeitsbedarf von Kindern. Da viele Kinder beim Spielen das Trinken einfach vergessen, sollten Sie auf die Trinkmenge achten. Kleine Rituale helfen zur Erinnerung:
- Zu jeder Mahlzeit ein Getränk anbieten,
- regelmäßige Trinkpausen einlegen,
- eine Trinkflasche griffbereit halten,
- Snacks mit hohem Wassergehalt anbieten, zum Beispiel Wassermelone, Beeren, Tomaten oder Gurken.
Am besten eignen sich Wasser sowie ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Die Getränke dürfen kühl sein, sollten aber nicht eiskalt serviert werden.
Wohnung kühl halten
Die wirksamste Strategie für ein kühles Zuhause ist Durchlüften zur richtigen Tageszeit:
- Nachts und früh morgens lüften,
- tagsüber die Fenster sowie
- Rolläden, Vorhänge oder Jalousien schließen.
Ein Ventilator kann die Luft zwar nicht abkühlen, sorgt aber oft für ein angenehmeres Gefühl. Achten Sie jedoch darauf, dass der Luftzug nicht dauerhaft direkt auf Ihr Kind gerichtet ist.
Nachts unterstützen leichte Schlafkleidung und ein dünner Sommerschlafsack oder eine dünne Sommerdecke einen erholsamen Schlaf.
Abkühlung durch Wasser
Ob Planschbecken, Freibad oder Badesee – Spielen im Wasser macht Spaß und hilft beim Abkühlen. Jedoch sollte Ihr Kind, insbesondere nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne, nicht sofort ins kalte Wasser springen. Gewöhnen Sie es immer langsam an die Wassertemperatur, damit sich der Kreislauf an den Temperaturunterschied anpassen kann.
Sonnenschutz aufzutragen ist beim Aufenthalt am und im Wasser besonders wichtig. Beim Planschen und Schwimmen schützen Sie die Haut auf Schultern und Rücken am besten zusätzlich mit einem T-Shirt oder UV-Shirt. Denken Sie daran, den Sonnenschutz nach dem Baden erneut aufzutragen.
Wichtig: Lassen Sie Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt – auch nicht für kurze Zeit. Selbst bei einer geringer Wasserhöhe können Kinder ertrinken.
Kinder niemals im Auto zurücklassen!
Nur mal schnell zum Bäcker reinspringen oder einen kleinen Einkauf erledigen? Lassen Sie Kinder auch bei kurzen Erledigungen niemals allein im Auto zurück!
Bereits nach wenigen Minuten wird es in einem geparkten Auto extrem heiß. Selbst dann, wenn sich die Außentemperatur für Erwachsene noch moderat anfühlen.
Überhitzt? So erkennen Sie Warnzeichen
Diese Anzeichen können auf Hitzestress oder eine beginnende Hitzeerschöpfung hinweisen:
- Starkes Schwitzen,
- gerötetes Gesicht,
- Kopfschmerzen,
- Schwindel,
- Übelkeit,
- Ohrgeräusche,
- Müdigkeit,
- Konzentrationsprobleme,
- ungewöhnliche Schlappheit oder Teilnahmslosigkeit.
Bringen Sie Ihr Kind bei einem Verdacht sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum. Entfernen Sie gegebenenfalls zu warme Kleidung, legen Sie feuchte, nicht zu kalte Umschläge auf und bieten Sie etwas zu trinken an.
Was ist ein Sonnenstich?
Ein Sonnenstich kann entstehen, wenn Kopf und Nacken über längere Zeit direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Besonders gefährdet sind Kinder ohne Kopfbedeckung. Durch die starke Sonneneinstrahlung erwärmen sich Kopf und Nacken, wodurch die Hirnhäute gereizt werden können.
Typische Anzeichen eines Sonnenstichs können sein:
- Kopfschmerzen,
- Schwindel,
- Übelkeit und Erbrechen,
- Müdigkeit,
- ein heißer und roter Kopf.
Bringen Sie Ihr Kind bei einem Verdacht sofort in den Schatten oder an einen kühlen Ort. Kühlen Sie Kopf und Nacken mit einem feuchten Handtuch. Achtung: Verwenden Sie hierfür keine Kühlpads aus dem Gefrierfach – durch die plötzliche Kälte können sich die Blutgefäße zu stark zusammenziehen, was den Hitzestau im Kopf verstärken und einen Kreislaufkollaps zur Folge haben kann.
Wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder weitere Symptome hinzukommen, sollten Sie eine Arztpraxis aufsuchen.
Akuter Notfall? Rufen Sie den Rettungsdienst.
Wenn der Körper bei extremer Hitze die Temperatur nicht mehr regulieren kann, kommt es zum Hitzschlag. Bei einem Hitzschlag handelt es sich um einen akuten Notfall, er kann Organe wie Herz, Lunge und Gehirn schädigen.
Warnzeichen können sein:
- heiße, gerötete Haut,
- fehlendes Schwitzen trotz großer Hitze,
- starke Kopfschmerzen,
- Erbrechen,
- Teilnahmslosigkeit bis hin zu Bewusstseinsstörungen,
- Krämpfe.
Ein Hitzschlag muss sofort behandelt werden. Rufen Sie in diesem Fall den Rettungsdienst unter 112.
Häufige Fragen zum Hitzeschutz bei Kindern
Wo gibt es Hilfe und Beratung?
Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihr Kind bei großer Hitze am besten schützen, es besonders empfindlich auf hohe Temperaturen reagiert oder Sie Beschwerden nicht einordnen können, wenden Sie sich an Ihre kinderärztliche Praxis.
Bei gesundheitlichen Beschwerden wie starker Erschöpfung, Erbrechen, Kreislaufproblemen oder auffälliger Teilnahmslosigkeit sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Bei akuten Warnzeichen wie Bewusstlosigkeit, Verwirrtheit, sehr heißer Haut, Krämpfen oder dem Verdacht auf einen Hitzschlag gilt: Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112.